@all
Also ich habe ebenfalls 2 x Erfahrungen mit Hypnotherapie, bei einem Psychotherapeuten, sammeln können. Und versuche diese nun hier wiederzugeben, i. S., dass es für euch am Besten allgemein verständlich ist.
Persönlich:
Wann: Aufgrund 2er starker Angstkrisen (ca. vor 14 und 5 Jahren)
Äußere Umstände: Während Aufenthalten in einer Klinik. Sehr gut war, dass ich parallel dazu Psychotherapeutische Gespräche hatte sowie die anderen Dinge die während eines solchen Aufenthaltes positiv mit reinwirken (sicherer Ort weg vom Alltag, tolle Gespräche mit Mitpatienten sowie Aktionen mit diesen fern des Psychothemas, ruhige Lage, etc.).
Ergebnis: Nach dem ersten Mal sehr zufrieden. Konnte wieder grundgeruht zu Hause, ohne Ängste und Medis, alles machen.
Erneute Krise dann aufgrund eines äußeren triggernden Ereignisses. Daher erneut diese Art der Therapie wieder (mit) in Anspruch genommen. Hiernach war das Ergebnis nicht so gut. Gebessert ja. Allerdings je länger ich wieder zu Hause war, umso mehr verschlechterte sich meine Angsterkrankung.
Hiernach dann ambulant keine Hypnotherapie mehr in Anspruch genommen. Allerdings mit Medikamenten, einer Psychotherapie (tiefenpsychologisch in Kombi mit einer systemischen Desensibilisierung) wieder zum, für mich sehr befriedigenden psychischen Zustand gelangt, wie vor den beiden Krisen.
Versuch der allgemeinen Erklärung der Hypnotherapie (anhand meiner Erfahrungen):
Allgemein haben sicherlich (immer noch) viele (seriöse) Hypnotherapeuten mehr Zeitaufwand damit, gerade Angstpatienten, ihre Ängste vor einem Ausgeliefert sein während der Hypnose zu nehmen, als für die Therapie an sich. Nebenbei, wohl um sich besser von Showhypnose abgrenzen zu können, sprechen diese meist von Trance und nicht von Hypnose.
Beginnen tut es schlicht mit einer Einleitung, eigentlich genau so, wie bei bei autogenem Training (welchen sicherlich einigen hier als Nebenmassnahmen in psychosomatischen Kliniken bekannt sein dürfte). Nur eben nicht 10 Patienten liegen alle auf ihren Isomaten auf dem Boden und haben die Augen zu.
Sondern eben als Einzelpatient in einem Stuhl, meist gemütlich nach hinten gekippt, wie in einem Fernsehsessel (die Reiferen erinnern sich ggf. noch dunkel an die 70er/80er Zeiten?!) und auch Augen zu. Die erste Zeit (20 - 30 Min.) macht der Therapeut nichts anderes als beim autogenen Training... mit sonorer, ruhiger Stimme eben diese beruhigenden Worte sprechen.
Was in einer Gruppen-Autogenem-Trainings-Sitzung ja gar nicht geht, folgt dann bei der Hypnotherapie. Er leitet euch in der Trance an. Da er ja auch sicherlich schon Einzelheiten von eurem Problem, etc. kennt, fragt er euch ganz ruhig eben in diese Richtung. Er leitet euch nur an. Die Trance macht ihr ganz allein.
Man kann es sich wirklich so vorstellen, dass ihr selbst individuell eben nach der Phase des autogenen ganz entspannt werdens eben nicht das Signal bekommt (so, jetzt sind wir alle wieder im Hier und Jetzt, wünsch noch allen gutes Gelingen gleich bei der Maltherapie) jetzt ist es vorbei und die Entspannung hat euch an sich gut getan (was ich persönlich wirklich allgemein gut angesprchen habe. Allerdings als Einzigste. Qi Gong, Jacobsen, etc. hat mich nicht entspannt sondern nur sehr kirre gemacht).
Nur, dass das bei der Einzelhypnotherapie eben fließend nun übergeht. Er stellt euch in ruhigem Ton entsprechende Fragen in Richtung Deiner Ursache Deiner Angst und/oder lässt euch die Angstsituation einpacken in was, was ihr als passend empfindet, etc..
Beispiel (fiktiv):
Angst im dunkeln einzuschlafen.
Dann gehen die Fragen immer mehr in die Richtung: Kannst Du Dich daran erinnern, als die Angst das erste Mal da war...
Man selbst hat das Bedürfnis eher mit ja/nein oder einem kurzen Satz zu antworten. So ungefähr wie wenn man entspannt kurz vor dem Einschlafen gefragt wird, ob es einem lieber ist, dass der Partner das Fenster noch klappen soll oder lieber zu lassen, wegen den Mücken. Nur das dieser Zustand dann eben 20 Min. dauert ohne dass man einschläft.
Ich finde daher, dass es verwirrend ist, wenn man immer hört, dass man während der Hypnotherapie alles um sich herum ausblendet, da das ein verwirrendes Bild ergibt. Sondern eher ist es so, dass es das Gefühl eben ist, dass man sich ganz auf die Bilder, welche man dann aus seiner Erinnerung zieht ganz gelassen und klar (nicht konzentriert) vorhanden sind, da halt nichts drumrum stört.
Ergo, hätte mein Therapeut mich in diesem Zustand gefragt, ob ich früher meiner fast Ex-Schwiegermutter schon mal versucht habe ein Bein zu stellen, so wäre ich schlagartig im Hier und Jetzt gewesen und er wüsste es bis heute nicht.
Genau so wie mit dem Beispiel vom Partner, während ich entspannt seelenfroh grad am Einschlafen bin, aber halt nicht Fenster geklappt sondern halt: DUUU, sach mal, meine Mutter behauptet, Stein und BEIN, Du hättest gestern verucht ihr...WAAAA, wach!
Also wäre zu irgendeinem Zeitpunkt bei meiner Hypnotherapie damals jemand versehendlich ins Zimmer gekommen und hätte gesagt: Mahlzeit. Dann wär ich aus meinen Bildern und Gedanken in der Erinnerung draußen gewesen, hätte meine Augen gerieben, wir hätten die Sitzung abgebrochen und ich wär zum Abendessen.
Auch bin ich mir sich, dass bei mir damals und jedem Mitpatienten von damals, mit denen ich mich über die Therapie unterhalten habe, es in der Trance zu keinem Zeitpunkt möglich gewesen wäre, dass der Therapeut uns eine halbe Zitrone gegeben hätte und gesagt hätte, iss doch mal genüsslich von der süßen verboten Frucht hier, dass einer von uns liegen geblieben wäre und nicht das Stück wegen SAUER ausgespuckt hätte.
Es gibt auch nebenbei kein Schnipserei mit den Fingern oder Pendel, etc. bei der Hypnothera...wie oben gesagt...langsamer Prozess, wie autogenes Training. Hat mit Showhypnose nichts zu tun.
Und sagen wir, würde der Therapeut mitten in der Trance einen stillen plötzlichen Herztod erleiden, dann würde man nicht ewig da nicht raus kommen, sondern wohl eben entspannt eine Stunde schlafen oder gleich von selbst mehr auf Geräusche vom Therapeuten, der Straße draußen, etc. hören, weil da halt nichts mehr kommt vom Therapeuten.
@Lunaa
Ich glaub das Video hab ich vorhin auch 10 sek. angeklickert. War es das mit dem Eiswasser? Wenn ja bzw. vermutlich ähnlich finde ich es echt bescheuert, dass die das als medizinischen Bericht verkaufen. Welche Krankheit gibt es eigentlich, wo es Sinn machen würde, dass man seinen Arm lange in Eiswasser tauchen kann und es als warm empfinden würde.
Aber genau das ist eben Gift für Angstpatienten, welche die Hypnotherapie mal grundsätzlich in Erwägung ziehen würden.
In diesem Bericht ist es viel näher so erklärt, wie meine Erinnerungen daran sind.
https://www.ardmediathek.de/ard/player/...lmN2ZjNmM/Auch ist das realistisch, dass die Patientin am Ende nicht danach ins Auto steigt und ne Fernreise antritt. Da bräuchte es dann sicherlich eben einige Sitzungen sowie spricht ja nicht jeder gleich gut drauf an. Aber so ist es ja mit den anderen Therapien auch, sei es die diversen Richtungen der Psychotherapie oder der Entspannungstechniken oder ADs, etc..
Letztendlich würde ich allgemein, mit dem Hintergrund meiner Erfahrungen sagen, einen Versuch ist es WERT und keine Angst vor Fremdkontrolle und Konsorten. Wenn, dann allerdings nur einen Hypnotherapeut, welcher gleichzeitig Arzt oder psychologischer Psychotherapeut ist und beim DGH (DEUTSCHE GESELLSCHAFT
FÜR HYPNOSE UND HYPNOTHERAPIE E.V.) gelistet ist.
Hier mal was zum selber testen zu Hause in Ruhe:
Ist ja eine (subjektiv die Beste, was YT hat) reine autogenes-Training-Übung um Stress abzubauen. Vor dem Ende würde nun eben noch so was vom Thera kommen, wie ihr es von dem Hamburger Arzt im oberen ARD-Video gesehen habt.