Ich wende mich an Euch, weil ich wirklich absolut am Ende bin und Niemanden habe, mit dem ich mich darüber austauschen kann. Man sagt zwar vielleicht mal schnell, dass man am Ende ist, aber in meinem Fall ist es wirklich wörtlich zu nehmen. Ich bin mit meinen Kräften einfach vollkommen am Ende, Jeder Tag, jede Stunde, jede Minute und jede Sekunde bedeutet für mich einfach nur noch die pure Qual.
Zu meiner Geschichte:
Meine Ex-Verlobte hat sich seit etwas über sechs Wochen von mir getrennt. Dies allerdings mittlerweile zum sechsten Mal. Wir führten eine knapp achtjährige, extrem intensive On/Off Beziehung. Ich bin übrigens 35, meine Ex-Verlobte ist 26. Wir haben eine gemeinsame, knapp 3 1/2 jährige Tochter und teilen das gemeinsame Sorgerecht.
Hierbei ist nun sehr entscheidend, dass meine Ex eine diagnostizierte Borderlinerin (BL) ist, und zwar mit sehr ausgeprägten Symptomen, wie
- Angst vor Nähe / Angst vor Distanz
- extreme Stimmungsschwankungen
- krankhafte Eifersucht / krankhaftes Misstrauen
- emotional vollkommen instabil
- Schwarz/Weiß Denken
- hochgradig streitsüchtig
- stunden/tagelange Schweigebestrafung in Streitsituationen
- absolut kein Reflexionsvermögen (immer sind alle anderen schuld)
- Kritik wird stets als persönlicher Angriff gewertet
- Ängste und Panikattacken
- selbstverletzendes Verhalten
- unfähig, alleine zu sein
- extrem manipulativ
- extrem impulsiv
Diejenigen, die sich mit dieser Persönlichkeitsstörung nicht auskennen, können wohl auch nicht nachvollziehen, welche Hölle man durchmacht, wenn man mit einer solchen Person eine Beziehung führt. Am Anfang, in den ersten Wochen bzw. ein bis zwei, vielleicht drei Monaten, ist alles noch wunderschön: Man wird mit Liebesschwüren einfach nur überschüttet. Die Partnerin gibt einem das Gefühl, man wäre das Beste, Größte und Tollste, was ihr jemals passiert ist.
Allerdings ist dies sehr trügerisch und hat mit wahrer Liebe absolut rein gar nichts zu tun. Sobald diese Phase der Idealisierung vorbei ist, was meistens schon nach ein paar Wochen bzw. ein bis zwei/drei Monaten der Fall ist, macht man im Grunde nur noch die Hölle auf Erden durch. Die Partnerin will einen nur noch kontrollieren, isolieren, manipulieren, zu ihrem Besitz machen. Und das mit allen Mitteln. Funktioniert man irgendwann nicht mehr so, wie es sich die BL Partnerin vorstellt, hat man im Grunde komplett verloren. Egal, was man macht bzw. nicht macht: Man kann nur noch verlieren und eine Trennung ist auf kurz oder lang unausweichlich.
Und so war es auch immer bei uns. Meistens hat ihre krankhafte Eifersucht zu den vielen Trennungen geführt. Das absolut Brutale daran war, dass sie in drei dieser sechs Trennungszeiten direkt ein paar Tage nach Trennung einen neuen Partner hatte. Mit den ersten beiden Ersatzpartnern hatte es jeweils nur sechs Wochen gehalten, und sie kommt bei ihrem aktuellen Partner auch jetzt so langsam in die Phase, wo es mit der Idealisierungsphase aufhören wird. Also kann man getrost davon ausgehen, dass auch diese Beziehung vielleicht noch bis Anfang/Mitte April hält. Es sei denn, ihr aktueller Partner ist ebenfalls - so wie ich - sehr anfällig für solche Persönlichkeiten wie sie. Dann kann es durchaus noch eine längere Geschichte werden, solange sie nicht diejenige ist, die sich trennt, weil er evtl. nicht mehr so funktioniert, wie sie es sich wünscht.
Aber eben genau diese Tatsache, dass sie mich nach der aktuellen Trennung vor etwas über sechs Wochen direkt wieder wie einen dreckigen Lappen ausgetauscht hat, macht mich einfach komplett fertig. Ich bin vollkommen am Ende, heule im Grunde nur noch durchgehend, esse/schlafe nicht mehr, und jeder Tag ist einfach nur doch die absolute Hölle. Das kann sich einfach niemand auch nur im Ansatz vorstellen, der so etwas nicht schon einmal selbst durchgemacht hat.
Die Vorstellung, dass sie mit ihrem neuen Typen sexuell intim ist (was im Grunde noch die mit großem Abstand absolut grausamste Vorstellung von allen ist), dass der neue Typ sich mit unserer Tochter beschäftigt, spielt, Spaß hat, meine Ex-Verlobte nun womöglich 24/7 um sich herum hat, zerfrisst mich einfach wie ein schleichendes Gift, was sich von Sekunde zu Sekunde immer weiter und weiter in jeder einzelnen Zelle meines Körpers ausbreitet. Ich vermisse meine Expartnerin und meine Tochter so unfassbar, dass ich nur noch schreien könnte. Auch, wenn ich weiß, wie weh sie mir getan hat und immer noch tut. Es klingt vollkommen paradox, ist aber die traurige und brutale Wahrheit. Ich liebe sie immer noch über alles, auch wenn ich nicht abstreiten kann, dass es auch eine gewisse Abhängigkeit ist.
Nun überlege ich wirklich, mich in stationäre Therapie zu begeben. Ich war damals in der ein oder anderen Trennungszeit in Therapie, weil ich damals schon in diese Zeiten extrem gelitten habe, sogar auch den ein oder anderen Suizidversuch hinter mir hatte, weil ich einfach wollte, dass dieser grausame Schmerz endlich ein Ende hat. Aber das war eine ganz normale Therapie, sprich 1 x pro Woche 50 Minuten. Gebracht hat es mir letztendlich überhaupt nichts. Ich glaube einfach, dass ich hier aus diesem Umfeld permanent raus muss, deswegen auch die stationäre Therapie. Nächste Woche habe ich diesbezüglich ein Erstgespräch in einer naheliegenden Klinik.
Allerdings habe ich eine Katze und ich weiß absolut nicht, wo ich diese in der Zeit unterbringen könnte. Diese Katze gehört eigentlich meiner Ex, aber ich möchte dennoch absolut nicht, dass meine Ex sie in dieser Zeit übernimmt. Alleine schon deswegen nicht, weil ich nicht will, dass ihr neuer Typ meine Katze auch nur anfasst!
Ich habe aber auch sehr große Angst davor, weil ich nicht weiß, was mich in einer solchen, stationären Therapie alles erwartet. Und vor allen Dingen heißt es für mich natürlich auch, dass ich in der Zeit meine Tochter nicht sehen werde. Denn ich möchte stark für sie sein. Ich möchte ihr einfach nicht zumuten, ihr ständig einen psychisch komplett gebrochenen Vater vor die Nase zu setzen.
Dazu sei auch gesagt, dass ich zu meiner Ex absolut KEINEN Kontakt mehr möchte, weil das für mich absolut tödliches Gift wäre, und das ist wirklich wörtlich zu nehmen. Jeglicher Kontakt zu mir zerstört mich einfach nur. Das war auch damals schon in den anderen Zeiten der Trennung so. Da haben wir es dann bzgl. des Umgangs zu unserer Tochter so geregelt, dass ein guter Freund von mir zwischen uns vermittelt hat, so dass wir zueinander keinen direkten Kontakt hatten. Das heißt, dass dieser auch unsere Tochter bei meiner Ex abgeholt und mir dann übergeben hat, das Ganzen dann entsprechend auch umgekehrt.
Ich weiß aber nicht, ob die stationäre Therapie der richtige Weg wäre. Ich bin einfach komplett ratlos. Stationäre oder ambulante Therapie? Oder überhaupt Therapie? Verhalte ich mich nicht komplett egoistisch und verantwortungslos gegenüber meiner Tochter, wenn ich sie einfach nicht sehen kann unter den momentanen Umständen? Sie kann doch absolut nichts dafür. Aber ich will stark für sie sein, und momentan bin ich einfach nur komplett gebrochen und am absoluten Ende meiner Kräfte. Und ich habe wirklich von Tag zu Tag mehr das Bedürfnis, meinem Leben ein Ende zu setzen und/oder den Neuen meiner Ex vorher noch umzulegen, denn ich weiß, wo er wohnt. Und das ist nicht weit von mir weg. Das mag hart klingen, aber ich schreibe dies alles ungeschönt und ungefiltert.
Ich überlege auch, dem Jugendamt mitzuteilen, dass meine Ex Partnerin unter Borderline leidet, zudem auch noch unter krankhafter Spiel- und Kaufsucht, was auch der Wahrheit entspricht. Aber ich befürchte, dass das Jugendamt es dann so werten würde, dass ich meiner Ex einfach nur aus purer Verletztheit und Rache einen reinwürgen will. Und ich weiß auch, dass sie extrem manipulativ ist und sie würde auch das Jugendamt unter Garantie davon überzeugen können, dass sie eine gute Mutter ist, so dass ich dann am Ende als der Buhmann da stehen würde.
Ich empfinde das einfach als so extrem ungerecht: Ich, also derjenige, der sich jetzt wirklich professionelle Hilfe sucht, wird aus Sicht meiner Ex und vermutlich auch aus Sicht des Jugendamtes als psychisches Wrack dargestellt, während meine Ex als die liebevolle Mutter, die sich ja ach so liebevoll um ihr Kind kümmert, ist. Das ist einfach sowas von ungerecht. Ich fühle mich einfach so hilf- und machtlos. Dabei ist SIE diejenige, die wirklich psychisch sehr krank ist und dringend professionelle Hilfe benötigt.
Sorry für den langen Text. Aber ich brauche ganz, ganz dringend Hilfe in meiner Situation. Ich habe einfach Niemanden mehr, habe mich wegen meiner Ex komplett von meinem Freundeskreis abgekapselt, weil sie Niemanden in meinem Leben akzeptiert hat, habe mich für sie sehr hoch verschuldet, und mich im Grunde komplett für sie aufgeopfert, während sie mich einfach wieder eiskalt austauscht und mit ihrem neuen Partner durch die Gegend *beep*. Sorry, aber so ist es doch einfach.
Ich weiß, dass es ihr mit der ganzen Situation auch nicht gut geht und sie sich nur was vormacht. Sie weiß auch, dass sie aufgrund ihrer Erkrankung ganz dringend professionelle Hilfe benötigt, aber sie ist einfach viel zu stur und uneinsichtig, um sich das einzugestehen. Da rennt man gegen kilometerdicke Wände aus Stahl und Beton. Liebe direkt zum nächsten Typen rennen, diesen ebenfalls irgendwann durch ihr krankhaftes Verhalten zerstören. Hauptsache, sich nicht mit ihren eigenen Problemen auseinandersetzen müssen. Es ist einfach so extrem unfair.
Mir schwirren jetzt so viele Fragen durch den Kopf, auf die ich einfach keine Antwort finde. Ich möchte Euch diese nun stellen und erhoffe mir so sehr Antworten darauf, die mir vielleicht irgendwie weiterhelfen.
- Wie komme ich von diesen grausamen Gedanken weg, mir meine Ex und ihren Neuen bei sexuellen Situationen vorzustellen? Mich macht das einfach so absolut krank und ich könnte nur schreien bei dieser Vorstellung!
- Ist es ein Zeichen von Schwäche und/oder Flucht, mich in stationäre Therapie begeben zu wollen? Gelte ich dann nicht einfach nur als kranker Psycho und würde mir das sogar evtl. im Weg stehen, wenn das Jugendamt davon erfährt?
- soll ich überhaupt in Therapie gehen? Und wenn ja, stationär oder ambulant?
- soll ich dem Jugendamt gegenüber, was meine Ex betrifft, auspacken bzgl. ihrer psychischen Erkrankung oder wird mir das hinterher nur als Racheaktion ausgelegt? Ich empfinde einfach solchen Hass, wenn ich überlege, dass ich mir wirklich professionell helfen lassen will, während sie sich auf ihrer Krankheit ausruht, und nach außen hin und dem Jugendamt gegenüber die glückliche Mutter spielt, was dieses ihr sogar noch abkauft, weil sie einfach so manipulativ ist!
- ist es komplett egoistisch und verantwortungslos von mir, meine Tochter in der momentanen, sehr akuten psychischen Ausnahme- und Notsituation, in der ich mich befinde, einfach nicht sehen zu können, weil ich ihr das einfach nicht zumuten möchte?
- Was ist in meiner momentanen Situation die beste Lösung? Für meine Tochter und für mich?
Ich entschuldige mich nochmals für den sehr langen Text, für den ich ungefähr einen ganzen Tag gebraucht habe. Aber ich bin wirklich vollkommen am Ende, und das ist in keinster Weise eine ÜbertreibungIch habe solche Angst, mir etwas anzutun, weil ich diesen grausamen, tiefen, innerlichen Schmerz einfach nicht mehr ertrage
Ich hoffe so sehr auf Hilfe und Antworten von Euch!
Liebe Grüße
Stefan (35)
11.03.2020 21:46 • • 12.03.2020 #1