Bezüglich ohnmachtsgefühl :
Das Ohnmachtsgefühl bei Angststörungen ist ein häufiges und beunruhigendes Symptom. Es entsteht durch eine komplexe Wechselwirkung psychischer und körperlicher Prozesse:
Psychologische Faktoren:
* Kontrollverlust: Angststörungen gehen oft mit der intensiven Sorge einher, die Kontrolle über sich selbst, die eigenen Gedanken, Gefühle oder die Situation zu verlieren. Betroffene befürchten, dass ihre Angstreaktion unvorhersehbar ist und sie ihr hilflos ausgeliefert sind. Diese Angst vor Kontrollverlust kann sich in dem Gefühl äussern, ohnmächtig zu werden.
* Katastrophengedanken: Angstattacken sind oft von negativen und übertriebenen Gedanken begleitet, z.B. die Angst zu sterben, einen Herzinfarkt zu erleiden, verrückt zu werden oder sich zu blamieren. Diese Gedanken verstärken das Gefühl der Bedrohung und Hilflosigkeit.
* Vermeidungsverhalten: Um Angst auslösenden Situationen zu entgehen, entwickeln Betroffene oft Vermeidungsstrategien. Dies kann jedoch dazu führen, dass sie sich in ihren Möglichkeiten einschränken und ihr Gefühl der Ohnmacht verstärken, da sie sich nicht mehr zutrauen, bestimmte Situationen zu bewältigen.
Körperliche Faktoren:
* Überaktivierung des Nervensystems: In Angstszenarien schaltet der Körper in einen Alarmzustand (Kampf-oder-Flucht-Reaktion). Das autonome Nervensystem wird überaktiviert, was zu einer Reihe körperlicher Symptome führt, wie Herzrasen, Schwindel, Atemnot, Schwitzen, Zittern und Benommenheit. Diese körperlichen Reaktionen können sehr intensiv sein und das Gefühl verstärken, die Kontrolle über den eigenen Körper zu verlieren, was sich als Ohnmachtsgefühl äussern kann.
* Fehlinterpretation körperlicher Signale: Betroffene neigen oft dazu, normale körperliche Empfindungen oder Angstsymptome als gefährlich zu interpretieren (z.B. Herzrasen als Herzinfarkt). Diese Fehlinterpretation führt zu noch mehr Angst und kann das Ohnmachtsgefühl verstärken.
* Hyperventilation: Schnelle und flache Atmung (Hyperventilation) bei Angst kann zu einem Ungleichgewicht von Sauerstoff und Kohlendioxid im Blut führen, was Schwindel und Benommenheit verursachen und das Gefühl der Ohnmacht verstärken kann.
Was passiert im Körper?
Bei einer Angstreaktion werden im Körper Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol ausgeschüttet. Diese Hormone bewirken eine Reihe von Veränderungen:
* Herz-Kreislauf-System: Erhöhung der Herzfrequenz und des Blutdrucks, um die Muskeln schneller mit Sauerstoff zu versorgen. Dies kann als Herzrasen oder Herzklopfen wahrgenommen werden.
* Atmungssystem: Beschleunigung der Atmung, um mehr Sauerstoff aufzunehmen. Dies kann zu Kurzatmigkeit oder dem Gefühl führen, nicht richtig durchatmen zu können.
* Muskelsystem: Erhöhung der Muskelspannung, um für Kampf oder Flucht bereit zu sein. Dies kann zu Zittern, Verspannungen und einem Gefühl der Schwäche führen.
* Sinne: Schärfung der Sinne, Pupillenerweiterung.
* Verdauungssystem: Verlangsamung der Verdauung.
Diese körperlichen Reaktionen sind an sich normale Reaktionen auf eine Bedrohung. Bei Angststörungen treten sie jedoch auch in Situationen auf, die objektiv nicht gefährlich sind, und werden oft als überwältigend und bedrohlich erlebt, was zum Ohnmachtsgefühl beiträgt.
Es ist wichtig zu verstehen, dass das Ohnmachtsgefühl bei Angststörungen zwar sehr beängstigend sein kann, aber in der Regel nicht gefährlich ist. Es ist ein Symptom der zugrunde liegenden Angststörung und kann im Rahmen einer geeigneten Therapie behandelt werden.
Hab ich euch mal reinkopiert, vielleicht hilft es ja.
Vor 6 Minuten •
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