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Hallo ihr Lieben ,
ich bin neu hier. Ich habe mich angemeldet um unter „ Gleichgesinnten“ ein bisschen zu lesen , sich gegenseitig zu unterstützen und zu wissen dass ich nicht allein bin. Ich bin Mitte 30, weiblich und habe einen Sohn und bin verheiratet. In letzter Zeit ca 2 Monate jetzt , leide ich erneut unter ( sonst immer mal wieder, das letzte Mal vor 2 Jahren so intensiv) Panikattacken, welche zum Teil sehr schwer sind. Vor 4 Tagen erhaschte mich erneut eine , deren Heftigkeit mich total überraschte. Über Stunden schnürte sich immer wieder mein Hals und Brustkorb zu , mein Puls schnellte in die Höhe. Erst nach der 2. Bedarfsmedikation hörte das ganze Spektakel auf . Ich schlief und zwar 15 Stunden am Stück. Als ich aufwachte und zu mir kam , bemerkte ich allerdings Selbstverletzungen. Kann mich aber absolut nicht mehr daran erinnern. Kann es sein , dass ich während der Attacke sogar dissoziiere? Kennt das jemand ?

15.03.2025 09:38 • 15.03.2025 x 2 #1


12 Antworten ↓


@Luni17
Grüss dich Willkommen im Forum.
Des Problem mit der Panik kenn ich, wobei ich sagen würde, dass bei mir keine Dissoziation dabei ist.
Bei mir tritt die Angst auch ned regelmäßig auf, sondern immer nur wenn sie durch irgendwelche Ereignisse getriggert wird.
Dann aber auch über mehrere Stunden, ehr auch nachts, sprich aufwachen im Halbstunden-takt.

Ich weiss dass der Angst bei mir Ereignisse aus meiner Vergangenheit zu Grunde liegen: Mobbing in der Jugend, kein stabiles Elternhaus/Umfeld/Freundeskreis, der Tod meines Vaters, der im Meer ertrunken ist, meine Mutter die 2 Herz-Ops innerhalb von 6 Jahren hatte und nun ne künstliche Herzklappe mit Herzschrittmacher hat.

Des mündet dann hin und wieder in so ne Art Pseudo-Bedrohungsszenario sprich Verlustangst um die Familie, in dem man sich die tollsten Dinge ausmalt was alles passieren könnte.

Wie ists bei dir, weisst du denn was die Gründe für deine Panik sind?

Lg Sebastian

A


Stundenlange Panik mit Dissoziation?

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@Basty91
Hallo Sebastian,
vielen Dank für deine Antwort. Puh , ich kenne die Gründe für die Ängste aber oftmals sehe ich die Auslöser nicht , es ist manchmal so diffus dass ich einen solchen Auslöser gar nicht bemerke oder mir auch auch Nachgang nichts einfällt warum es passiert sein könnte. Vor allem mit so einer Heftigkeit und Länge. Jetzt spielt natürlich die Angst vor Angst wieder so eine große Rolle und was mich am meisten stört ist , dass ich nur wenig Erinnerungen an die Stunden habe. Das irritiert mich noch mehr.
Tut mir leid, dass du solche schlimmen Erfahrungen machen musstest, ich hoffe du konntest sie so gut es geht verarbeiten!? Mit der nächtlichen Angst kenne ich zu gut , was tust du um das in den Griff zu bekommen ?

Hi,

ja ich dissoziiere u.a bei starken Panikattacken aber bisher ohne Selbstverletzungen ansonsten gibt es so viele Abstufungen von Dissoziationen von harmlos (Im Alltag machen wir das alle einwenig) bis schwere Form Amnesien .

Ich weiss nicht, ob es in deinem Fall auch am Bedarfmedis /Schlaf lag, was auch u.U Amnesien fördern kann und es muss daher nicht an Dissoziationen liegen. Ich würde das auch nächste Woche mal mit Hausarzt oder Psychiater wenn du einen hast, besprechen und evt. auch mal eine Grunduntersuchung mit Blutabnahme machen.

Ich habe leider bisher nichts gefunden was solche Einbrüche verhindert aber stundenlang würde ich im Vorfeld solche Angstattacken nicht mehr aushalten wollen sondern früher Bedarfmedi nehmen oder mir Hilfe holen /Freunde anrufen oder auch den Notarzt anrufen und dann am Telefon entscheiden lassen.
Eine volle Panikattacke oder auch Dissoziationen (gibt viele Formen die auch akutpsychiatrisch sein können) zum ersten Mal ist echt nicht harmlos und da muss auch erstmal organische Ursachen ausgeschlossen werden.
Ich war auch zweimal in der Notaufnahme wegen Panikzuständen und es lag am niedrigen Kaliumspiegel und hatte einen organischen Grund. Also es muss nicht alles psychisch sein was man einfach wegatmen kann.

P.S
Es gibt leider keine Medis gegen Dissoziationen und auch Therapieoptionen sind begrenzt weil sich nicht viele Theras damit auskennen. Ich hoffe es wird in Zukunft in Unis mehr darüber gelehrt oder die Forschung macht dahingehend mehr Fortschritte.

Du könntest nach spezialisierten Neurologen oder Psychiater suchen um eine Diagnose zu bekommen.

Geht es Dir denn zwischen den Attacken gut oder bist du andauernd unter hoher Anspannung? Das erzeugt natürlich auch wieder neue Attacken.

@blue1979
Hallöchen , danke für den ausführlichen Text und deinen Beitrag . Ich wurde vor kurzem bluttechnisch auf den Kopf gestellt , da war alles ok. Ich stehe generell gerade sehr unter Anspannung , schlafe auch sehr wenig. Zwischendurch ging es mal ganz gut und jetzt häuft es sich wieder sehr. Ich neige oftmals nur dann zu Gedächtnislücken wenn ich enorm unter Stress stehe , psychischer sowie alltäglicher Stress damit gemeint. Ich mache immer weiter ohne Ruhepausen bis es gar nicht mehr geht . An dem Punkt bin ich gerade. Die Panik hat mich gezwungen zur Ruhe zu kommen , so fühlt es sich zumindest an. Mich aber an gewisse Teile nicht mehr erinnern zu können , irritiert mich. Ich habe mehrmals überlegt mich selbst einzuweisen aber davor hatte ich mindestens genauso Angst.

@Luni17

hm verstehe. Kann ich nachvollziehen. Ich denke Panik und Ängste können ned nur von negativen Erfahrungen kommen, sondern auch von mangelendem Selbstwertgefühl, hab ich bei mir gemerkt. Des is auch der Ansatz den ich in Zukunft weiter verfolgen will, mehr an meinen Selbstwertgefühl zu arbeiten.
Weil ich war eigentlich bisher immer n sehr empathischer Mensch, der dazu geneigt hat, sich zum Wohle anderer zurückzunehmen und hinten anzustellen. Da muss ich glaub ich mehr lernen egoistischer zu denken, im positiven Sinne.

@Basty91, ja ich glaube ganz Viele müssen lernen Grenzen zu setzen und auch auf sich selbst schauen anstatt immer nach Anderen. Meine Attacken sind eher diffus , also ich sehe bewusst nicht DEN Auslöser und kann ihn somit „ abschalten „ das nervt sehr. Ich weiß natürlich um meine Vorgeschichte an der ich arbeite aber als direkten Auslöser , zumindest bewusst , sehe ich ihn nicht . Denkst du denn an was Bestimmtes wenn du Panik bekommst ?

@Luni17 da hast du recht mit dem Grenzen setzen, is immer n schmaler Grad zwischen Fürsorge für Andere und sich ausnutzen lassen
weil für des Umfeld isses natürlich sehr angenehm wenn man jemanden hat auf den immer 1000% verlass is

ja naja des mit der Angst hängt bei mir teilweise mit der Familie zusammen, weil ich mich eben verantwortlich fühle und da kommen dann halt so dunkle Gedanken auf, ja was is, wenn mir was zustoßen würde, es wäre keiner mehr da ausser mir, bin Einzelkind, Eltern auch, d.h. es is keine Verwandtschaft mehr da ausser mir

bin einfach oft zu empathisch mit anderen Menschen, fühle mich schnell verantwortlich, wills recht machen, dass es jedem gut geht usw.

@Basty91 bist du diesbezüglich in Behandlung und konntest du das etwas ablegen mit der Zeit ? Ich habe so Angst dass es nie aufhört.

@Luni17 ja genau!
des is des was ich auch grade schreiben wollte, wie soll man des bitte ändern, es is doch irgendwie der Charakter von einem, man kann sich ja ned komplett einmotten und in Wald ziehen haha

ich mein die Leute sagen immer ja blabla, es is des Leben, zum Leben gehören nun mal manche Risiken, des muss man akzeptieren, aber wenn man nun mal hochsensibel is, kann man des ned einfach mal so ablegen

Super das deine Blutwerte in Ordnung sind und das ist schon mal finde ich eine Erleichterung. Erstmal organisch schauen (Schilddrüse, Nebennierenschwäche usw.).
Ich denke auch das Panik ein Alarmzeichen sein kann, etwas in seinem Alltag zu ändern (z.B mehr Schlaf und auch in eine Tiefphase zu kommen).
Mit Sachen vergessen bei Panikzuständen ist nicht ungewöhnlich wenn der Verstand aussetzt und die Amygdala stundenlang Oberhand hat aber hier hast du auch Bedarfmedi genommen und lange geschlafen. Das wird auch daher kommen.

Ich habe unter Stress öfters Wortfindungsstörungen und eine Sprechblockade (ich merke wie das Gehirn das Sprechen /Sprachareal blockiert) und muss dann mal etwas abwarten..das stress mich auch wenn ich mich unterhalte aber ich weiss das es durch die Angst kommt. Meistens geht eine sehr schlechte Nacht voraus wo ich quasi schon morgens schon leicht daneben bin. Ich nehm daher seit Wochen nachts Magnesiumglycinat /Melisse/ Passionsblumenkraut und das hilft wenigstens das ich auch öfters in einen Tiefschlaf komme . Es gibt auch extra Ringe die den Schlaf aufzeichne und ich habe es mal von einer Freundin ausgeliehen und mal geschaut wie es um meine Schlafstruktur ausschaut (war noch ok).

@Basty91 tut mir leid zu hören, was du alles erlebt hast und das hat sicherlich auch Spuren hinterlassen. Wenn Du hochsensibel bist, dann musst du lernen das Leben an deinen Bedürfnissen ein Stück weit anzupassen und nicht umgekehrt. Also nicht aus der Komfortzone rausspringen ins kalte Wasser (halte ich für risikoreich wenn man nicht stabil ist) sondern eher seine Komfortzone kontinuierlich ein kleines Stück erweitern- bei Dir lernen Grenzen zu setzen (dauert auch Jahre sich zu verändern und Nein sagen zu lernen). Kann Dir da das Buch Rolf Sellin Bis hierher und nicht weiter empfehlen,,,ich habe es erst nach Jahren verstanden und lese da immer wieder hinein. Für Menschen die von Kindheit gelernt haben die eigenen Grenzen zu wahren und für sich einstehen zu können, brauchen sich in der Hinsicht nicht mehr weiterzuentwickeln aber wir die nicht im stabilen Umfeld aufgewachsen sind, müssen leider später im Erwachsenenleben noch einiges nachlernen.
Ist sehr schwierig da unser Gehirn auch nicht unendlich formbar ist und neue Verhaltensweisen kann ich (meine Meinung) auch eher in einem neuen Umfeld ausprobieren und es ist schwierig in seinem alten Alltagssystem eine 180 Grad Kehrtwende in Verhalten, Erleben und Leben zu schaffen.

@blue1979 Ja da hast du Recht dass da vieles seine Narben auf der Seele hinterlassen hat.
Des mit aus der Komfortzone ins kalte Wasser springen da triffst du echt voll ins Schwarze.
Diese Erfahrung durfte ich leider schon des öfteren machen, ich sag mir jetzt pack ichs an, bin voller Tatendrang und merke dann oft im Nachhinein dass es mich oft mehr Energie gekostet hat als gedacht.

Deswegen ist der Tipp mit die Komfortzone kontinuierlich immer ein kleines Stück zu erweitern absolut klasse. Anders gehts echt nicht, ansonsten befindet man sich ständig in so ner Art Jojo-Effekt.

Lg

@Basty91
Das Thema aus der Komfortzone Komfortzone rausspringen war im Internet eine lange Zeit lang ein Riesenthema und wurde von vielen Coaches auch so angepriesen als Schlüssel für ein neues befreites Leben. Das hört sich super an und klappt auch bei einigen sicherlich auch wenn sie bereit sind auch ihre alten Muster abzulegen und auch genügend Unterstützung haben (finanziell, Familie, gute Kontakte, Glück). Aber oft sieht man Menschen irgendwann doch wieder in Krisen einbrechen und nun könnte ich sagen, das ist halt das Leben aber diese Spruch nützt einem nicht weiter (ist auch nicht mal tröstlich). Daher vermisse ich bei diesen Komfortzonen- Coach- Vorträgen das Thema Selbstschutz (nicht jeder ist ein Risikomensch) und wenn es geht zukünftige Krisen einwenig zu umgehen (vermeiden lässt sich das nie aber bestimmten Risiken kann ich aus dem Weg gehen). Sehr schwieriges Thema mit Komfortzone da es auch auf die eigene Resilienz ankommt und welche psychischen Grunderkrankungen noch vorliegen (das wird gern ausgeblendet).

Ich meide daher auch Therapeuten die sorglos von Neustart reden..kann gut gehen aber kann auch in noch grössere Krisen enden. Meine Psychiaterin sieht das zum Glück sehr ähnlich da sie auch mehr Fälle sieht, wo Überschätzung und Überforderung bei psychisch angeschlagenen Menschen in Krisen führen.
Besser das Nervensystem langsam aufbauen in seinem eigenen Tempo wenn man denn auch diese Zeit hat.

A


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Dr. Christina Wiesemann
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