Hallo ihr Lieben,
ich bin 27 Jahre alt und seit über zehn Jahren betroffen. Lange Zeit empfand ich den Ausbruch meiner Krankheit als absolut plötzlich, bis mir bewusst wurde: ich hatte schon in der Kindheit und Jugen null Strategien, mit Ängsten, Sorgen, Krisen umzugehen und dass sich alles schon viel, vieeel länger abgezeichnet hat. Dazu kamen Erlebnisse, die das Fass zum überlaufen gebracht haben- Zusammenbruch in einer Discothek, krank werden im Ausland.
Heute habe ich immer noch Panikattacken. Nach jeder tue ich mich schwer, zurück in die Gelassenheit zu finden, weil ich die Attacken für vollkommen unerträglich empfinde. Ich rutsche dann regelmäßig alle Stufen, die ich mühsam hoch geklettert bin wieder herunter. Es fällt mir schwer, diese Rückschläge hinterher zu verarbeiten und nicht wieder in den Kreislauf der Angst einzubrechen.
Wenn ich zurück denke, dann geht es mir heute dennoch besser. Ich lebe zwar noch recht eingeschränkt, aber ich habe viel über mich gelernt und auch über die Krankheit. Damals wußte ich nicht mal, dass es psychische Krankheiten überhaupt gibt- ich stand den Symptomen vollkommen hilflos gegenüber. Eine schreckliche Zeit!
Manchmal finde ich es ungerecht, dass mir der entscheidende Durchbruch trotz all der Arbeit an mir selbst noch nicht gelungen ist. Dann frage ich mich, was ich noch tun soll. Meistens aber kann ich auch sehen, was diese Krankheit an Potenzial in mir wachgerufen hat.
Zu den Foren: Ich merke, dass es mir manchmal wohl tut wie Honig, mich mit meiner Krankheit auseinanderzusetzen und mich auszutauschen. Es ist wie balsam, sich wieder bewusst zu machen, dass es nichts gefährliches ist und wie die Theorie aussieht. Das erdet mich.
Dann wieder merke ich, wie ich Abstand brauche und ziehe mich aus den Foren zurück. Ich glaube, dass man diese Phasen auch braucht, um sich wieder auf andere Dinge zu konzentrieren. Wesentlich ist jedenfalls das erspüren seiner Bedürfnisse, darin sind wir Angstkranke ja oftmals nicht die Meister...
Viele liebe Grüße
Mia
10.01.2012 15:14 •
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