Hey, Matze1983.
Oh, ich weiß genau, wovon du redest. Sich direkt mit einer Panikattacke zu konfrontieren ist echt eklig und verdammt anstrengend. Manchmal dreht auch mein kleiner Hypochonder in mir durch und will mir alle möglichen Krankheiten einreden. Zum Glück habe ich mehr Angst vor Krankenwagen und Krankenhaus als vor den Angstsymptomen, sodass ich mich noch nicht beim Wählen der Notrufnummer erwischt habe.
Ich kann mich auf jeden Fall meinen Vorrednern anschließen. Fange erst einmal mit kleinen Situationen an und gucke, wie du die Angstattacke am besten aushalten kannst. Versuche, genau auf deinen Körper zu hören und dir zu sagen: Diese Schmerzen/Symptome sind nicht echt. Das ist alles nur in meinem Kopf. Meinem Körper geht es gut.. So kann ich mir die Symptome immer wegdenken. Oder versuche, ideale Methoden zu finden, dich während einer Attacke abzulenken, während du trotzdem bewusst die Angst spürst. Sie halt bloß nicht mehr weiter hochschraubst als nötig. Wenn ich Angst habe, lege ich mich hin und lausche meine eigenen Gedanken. Lasse sie frei kreisen; egal, wie dumm ein Gedanke ist. Ich halte sie nicht fest, sondern lasse sie einfach kommen und gehen. Das lenkt etwas ab, macht dich aber nicht ganz abwesend. Oder ich höre Musik. Durch's Zimmer laufen ist auch nicht schlecht, vor allem wenn man nicht still sitzen kann. Meist verfluche ich dabei irgendwelche Sachen oder rede mit meinem Hund. Oder ich mache Fingerübungen, um diese bekannte Unruhe aus dem Körper zu lassen, ohne dabei aufstehen zu müssen. Quasi, kontrolliertes Ablassen. Ich tippe zum Beispiel mit meinem Zeigefinger auf den kleinen Finger. Je nach Anspannung schneller oder langsamer. Mit vertrauten Menschen über dein Lieblingsthema reden ist auch ganz gut. Dann lenkst du dich ab und vergisst die Sorgen, die deine Angstspirale nach oben treiben.
Ich hoffe, ich konnte dir mit meinen Tipps etwas helfen. Am besten ist es aber immer, wenn du dir eigene, individuelle Methoden suchst, um in einer Angstsituation nicht gleich die Flucht zu ergreifen. Das ist zwar sehr anstrengend und wird dich schnell ermüden, aber es hilft, positive Erlebnisse in der Art zu haben.
Mir persönlich hat die Konfrontationsmethode nichts gebracht. Ich habe jahrelang geübt und geübt, doch sie wurden immer nur schlimmer anstatt besser. Aber ich lernte dadurch, sie besser auszuhalten. Bloß war ich schnell extrem müde, sodass ich in einer Nacht 12 Stunden und mehr Schlaf brauche. Das ist aber nur bei mir so. Bei dir kann das komplett anders sein. Versteife dich nicht zu sehr auf meine Erfahrungen, sondern mach' eigene!
Liebe Grüße, Kathi.
23.08.2018 01:03 •
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