Die Übungen nach Dr. Shioya sind gar nicht so schwer, aber man muss erkennen, dass sie sehr wenig mit unseren Vorstellungen über Atemtherapie zu tun haben. Sie basieren auf einer Aktivierung der Bauchmuskeln
Hier eine Erklärung von mir.
Die fernöstlichen Atemtechniken basieren sicherlich auf dem Tanden- oder Haragefühl. Hier ist der Innenbauchdruck (intraabdominal pressure IAP) eigentlich das, was trainiert bzw. entwickelt werden muss. „Siehe dieses Buch „Kraft strahlender Gesundheit“ insbesondere den Teil III „Der Arzt im Inneren, Untereile „Die Kraft im Tanden konzentrieren“ bis Seite 129. Passagen wie „Der entscheidender Punkt ist aber, so kräftig einzuatmen, als wollte man den Atem bis ins seika-tanden hinabdrücken“ Das hat offensichtlich nichts im Entferntesten mit der europäischen Atemtherapie à la Droschkengaul des so genialen Chr. Morgenstern zu tun Davon kann man sich auch durch die Lektüre des Buchs „Das große Buch von richtigem Atem“ von Takashi Nakamura überzeugen, siehe z. B. „12 Die Sammlung auf das Tanden“. Die Atemtherapie hat eine günstige Wirkung auf den Kreislauf. Siehe „Körperliche Wirkungen der wissenschaftlichen Atemtherapie. Das Buch von Nakamura ist in vielen öffentlichen Bücherei bzw. Lesehallen verfüg- und natürlich fotokopiebar.
Ein Problem liegt aber bei der Vermittelbarkeit dieser Technik, denn die Bauchatmung wird im Westen völlig anders aufgefasst. Oft geht es bei ihr um ein Anschwellen des Bauches beim Einatmen und gewiss nicht um Druckänderungen wie bei Nakamura und Shioya. Siehe in diesem Zusammenhang ebenfalls Dr. Shozaburo Otabe,
http://www.lrz.de/~s3e0101/webserver/we ... fatmen.pdf , Seiten 68 ff.
Wenn man aber im Selbstexperiment, und auf gar keinen Fall als Atemtraining, die Bauchmuskeln, die um die den Bauch liegen entspannt, dann wird die Atmung seicht und schwach. Je entspannter, desto unnatürlicher und „asthmatischer“. Das ist doch ein ganz plausibler Hinweis auf die Brauchbarkeit der Atmung gemäß diesen Quellen als Heilmethode bei Lungenleiden, wo durch die Medizin nur Medikamente verschrieben werden, die das Atmen am anderen Ende anpacken, nämlich durch unnatürliche Erweiterung der Atemwege. Es geht also um eine Aktivierung der Bauchmuskeln zur Korrektur des Innenbauchdruckes, oder um eine (übrigens wohltuende) Bauchmuskelatmung und um blutfördernde Wirkungen.
Die Druck im Bauchraum steuert also die Kraft der Einatmung.
15.08.2010 13:57 •
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