ich bin wirklich verzweifelt. Im Januar fing alles an, aufgrund des Abbruchs meines Studiums (im Oktober 2013) und der schnellen Suche nach einem Ausbildungsplatz (eigtl. waren überall die Fristen schon rum, aber habe mich trotzdem beworben). Bin von Januar - März durch halb Deutschland gereist für sämtliche Bewerbungstests und Vorstellungsgespräche - habe mich damit psychisch total fertig gemacht - vor lauter Angst, über ein Jahr ohne etwas dazustehen. Angefangen hat alles mit Schwindel - der vom Nacken aus kam (Nackenblockade) und dann später psychisch auftrat. Dann folgten bereits im Februar typische Panikattacken bzw Angstattacken - ich bin nicht mehr weggegangen, außer in Begleitung meiner Eltern oder halt zu den Gesprächen, wo es sein musste.
Nach einiger Zeit habe ich dann eine Zusage für einen Ausbildungsplatz bekommen (im April) und musste nach Dresden fahren, zum Unterschreiben des Vertrages. Dies ging ebenfalls nur mit meinen Eltern, die Angstattacken (zu der Zeit wusste ich noch NICHT, was das ist und was mit mir geschieht) waren auf dem absolutem Höhepunkt. Bei jedem Rastplatz, dort bei der Veranstaltung, es war furchtbar!
Zwischenzeitlich hatte ich Probleme mit der Schilddrüse, die aber stressbedingt waren und mittlerweile ist alles wieder ok - das war im Februar. Ich habe mich extrem reingesteigert in die Symptome bzw. dass ich etwas schlimmes habe. Habe auch Tabletten genommen, die eigentlich nicht hätten sein müssen. Wie gesagt - war nur vorübergehend und stressbedingt, hat jedoch die Angst verstärkt.
Seit April bin ich auch in psychotherapeutischer Behandlung. Erstmal habe ich hier verstanden, was ich eigentlich habe und wie sich das alles aufbaut (Teufelskreis usw usw). Allerdings verschlimmerte sich mein Zustand weiter - ich habe immer mehr abgenommen, mit Freunden weggehen (was zwischenzeitlich kurz wieder ging) geht nun gar nicht mehr und Autofahren auch nicht mehr. Hier hat meine Psychotherapeutin nun angesetzt - ich soll jeden Tag versuchen Auto zu fahren (seit einer Woche). Die Panikgefühle wenn ich alleine an Auto denke, werden leider überhaupt nicht weniger.. die Attacken an sich werden kürzer und gestern hatte ich gar keine (?) - das hat mir irgendwie auch Angst bereitet - seit einem halben Jahr waren sie immer da, sobald ich das Haus verlasse und gestern nichts. Allerdings geht autofahren auch nur in Begleitung meiner Eltern. Der nächste Schritt soll alleine sein, was ich mir überhaupt nicht vorstellen kann.
Nun ist es aber so, dass ich eigentlich tagtäglich Symptome bereits beim Aufstehen habe... seit letzter Woche Montag ist es extreme Benommenheit, alles kommt mir fremd vor - so als würde ich meine Straße zum ersten mal sehen. Mit meinen Gefühlen komme ich derzeit auch überhaupt nicht klar. Die ersten 5 Tage hat mir dieses Gefühl der Benommenheit den ganzen Tag über Panik gemacht - ich bin dann auf die Derealisation gestoßen - was wohl normal sein soll für Angststörungen und auch bei der Konfrontation vorkommen kann? Jedoch tritt es bei mir direkt beim aufstehen auf und dauert auch an, bis ich ins Bett gehe.
Nun seit gestern ist alles noch komischer - ich bin total gefühlsleer. Fühle mich abgestumpft, das Derealisationsgefühl ist nach wie vor da - jedoch macht es mir keinerlei Angst mehr? Eher so, als wäre mir das alles egal und das wiederum lässt mich langsam nicht mehr daran glauben, dass das alles von der Psyche kommen soll? Habe mich schon gefragt, ob meine Periode dies eventuell auch alles beeinflusst?
Und natürlich macht es dieses Gefühl auch NOCH schwerer Auto zu fahren..
Nun das eigentliche Problem: Im August will ich mit meinen Eltern in den Urlaub fliegen - ich habe keinerlei Ahnung wie das werden soll in meinem aktuellen Zustand. Und noch viel schlimmer: Am 1.9. beginnt die Ausbildung, wo ich die ersten 2 Wochen auch direkt nach Dresden muss zum Einführungslehrgang - für mich derzeit unvorstellbar und extrem angstmachend!
Mit meinen Eltern habe ich jeden Tag Streit, sie verstehen mich nicht, wollen, dass ich einfach so lebe, wie es eben normal ist. Und meinen, wenn ich mich nicht überwinde, mit arbeiten zu gehen (bei meinem Dad in der Firma), wird es nie was. Diese Überwindung kann ich allerdings gar nicht aufbringen, dieses Benommenheitsgefühl/Unwirklichkeitsgefühl macht mich soo wahnsinnig, dass ich keinen klaren Gedanken fassen kann. Fühl mich den ganzen Tag wie im Halbschlaf. Habe Angst, dass ich umfalle oder irgendetwas schlimmes habe - keine Kontrolle mehr über meinen Körper..
Habt ihr eine Idee für mich, was ich noch machen könnte? Was mir helfen wird? Oder ob es überhaupt bis zur Ausbildung noch besser werden dann? Ich habe wirklich solche schreckliche Angst, die Stelle nicht antreten zu können wegen meiner aktuellen Lage... und es ist nicht mehr viel Zeit..
Medikamente nehme ich keine, in Therapie bin ich noch einmal wöchentlich. Tagesklinik habe ich mir mal für einen Tag angeschaut und es war Horror! Jeder hat (egal welches individuelle Problem) denselben Plan, manche rannten den ganzen Tag heulend rum und auf den Einzelnen wurde überhaupt nicht eingegangen. Da wurde gesagt wir gehen Eis essen - wer nicht mit wollte, ist eben da geblieben. Wer nicht essen wollte, konnte sein Essen verweigern und nichts ist passiert. Konnte mir nicht vorstellen, dass das dazu beiträgt, meine Angststörung zu überwinden.
Vielen Dank schon mal im Voraus und sorry für den langen Text..
07.07.2014 15:37 • • 01.08.2014 #1