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Hallo allemannn. seit Tagen habe ich den Focus auf meinem Puls. Ich spüre und beobachte ihn so doll. Habe Angst das er aufhört. Trau mich kaum noch was. Habe Promezatib dafür bekommen. 3 mal 10 mg bei Bedarf. Was könnt ihr mir noch sagen bzw empfehlen als Umgang. Ist das auch normal dass ich den am ganzen Körper spüre. Übrigens da es bei mir immernoch nicht mit dem Raus gehen geklappt hat , bekomme ich nun nächste Woche einen Hausbesuch von der Ärztin. Ah mannn.

28.03.2025 13:36 • 30.03.2025 #1


13 Antworten ↓


Du kannst das Beobachten einstellen. Wenn er aufhört, hört er auf, ob mit Beobachtung oder ohne. Dann bist du tot.

Aber warum sollte er aufhören? Gibts da einen konkreten Anlass, der dich zu der Annahme bringt?

Ja, das ist normal, weil du dich krankhaft darauf fixierst. Wenn ich mich auf meine Atmung konzentriere, höre und merke ich auch, wie die Luft durch meine Nase ein und ausströmt. Tue ich das nicht, merke ich es nicht. Trotzdem atme ich normal weiter.

Wenn du deinem Puls und überhaupt dem herz-Kreislauf-System was Gutes tun willst, dann beweg dich. Drinnen oder draussen und wenn du nur auf der Stelle joggst. Nix machen und nur beobachten ist das Schlechteste, was du machen kannst.

A


24 Stunden beobachte ich meinen Puls

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@Marie_19888

Na also, du weißt doch selbst, wie bescheuert das ist – und machst es trotzdem. Warum? Weil dein Kopf gerade denkt: „Wenn ich’s kontrolliere, bin ich sicher.“ Nur dumm, dass genau diese Kontrolle dich komplett irre macht. Das ist, als würdest du jeden Tag deine Hand auf die heiße Herdplatte legen und dich wundern, warum’s weh tut. ‍️

Du fühlst den Puls überall, weil du ihn ständig suchst. Wenn man 24/7 auf etwas achtet, wird’s lauter – nicht gefährlicher. Dein Herz schlägt, weil es soll. Nicht, weil es gleich aufhört. Die Angst denkt sich nur gerne schräge Geschichten aus – dein Körper macht einfach nur seinen Job.

Wenn du wissen willst, wie du aus dieser Schleife wirklich rauskommst – also nachhaltig und nicht nur mit Promethazin – dann lies dir gern mal meinen Beitrag im Forum dazu durch, da ist alles drin, was mir geholfen hat, solche Spiralen zu unterbrechen:

agoraphobie-panikattacken-f4/raus-aus-der-angst-so-schaffst-du-es-t133396.html

Klartext: Du kommst da raus – aber nur, wenn du aufhörst, das Feuer ständig selbst wieder anzuzünden. Also: Kein Puls-Scan mehr. Keine Körper-Kontroll-Marathons mehr. Und wenn’s schwerfällt – trotzdem lassen. Weil sonst drehst du dich noch ewig im Kreis.

Das ist bestimmt anstrengend...ich kenne das von meiner Atmung und oft denke sie hört bald auf ... Weil es sich so anfühlt... Und ich weiß das ist anstrengend und erzeugt Stress und Angst ... Ich lenke mich oft ab und manchmal klappt es auch ... Aber mein Unterbewusstsein ist irgendwie drauf verziert..

@WayOut ja aber die Erkenntnis zu wissen dass man oder es bescheuert ist, hilft leider auch nicht. Aber deinen Beitrag habe ich mir durch gelesen. Toll erklärt und danke der Mühe für das Schreiben

@derschlumpf74 ich versuche mich auch abzulenken aber wie du schon sagtest siegt das Unterbewusstsein meistens leider und ist stärker

@Marie_19888 Nein der Rest ist lernen Selbstverantwortung zu übernehmen.
Son kontrollzwang verschwindet nicht von alleine.
Man muss es aktiv lassen.
Nicht mehr messen.

Was anderes bleibt nicht. Das kann dir auch keine Therapie und kein Medikament der Welt abnehmen.
Du musst dich durch setzen und es lassen. Ne andere Möglichkeit gibt's nicht.
Man wird nicht eines morgens wach und alles ist weg.

@WayOut ja aber es ist leicht gesagt. Das ist das gleiche wenn man einem Esssüchtigen sagt ess nicht mehr so viel. Einfach so nicht viel essen ist hqlt nicht möglich, deswegen gibt es ja Therapien oder andere unterstützende Wege. Aber das es in der eigenen Hand liegt ist ja logisch aber wenn das so leicht wäre, würde es keine Medikamente, Psychatrien etc geben.

Ich weiss natürlich was du meinst. Nicht falsch verstehen meine Antwort. Du hast ja auch Recht aber ist halt nicht so einfach.

Hilfreich kann es schonmal sein, sich abzulenken durch Tätigkeit und Bewegung.

Sport machen, Gymnastik machen, Wohnung aufräumen, Wohnung putzen, Fenster putzen. In der Zeit, wo du was Anderes machst, kannst du nicht fühlen und messen.

Achja, falls du iirgendwelche Uhren oder andere Messinstrumente zur Pulskontrolle oder dergleichen hast, dann wirf die weg.

Zitat von Marie_19888:
@WayOut ja aber es ist leicht gesagt. Das ist das gleiche wenn man einem Esssüchtigen sagt ess nicht mehr so viel. Einfach so nicht viel essen ist ...

Sehe ich auch so und jeder Mensch ist halt anders, was bei manchen hilft, kann bei anderen voll nach hinten losgehen.
Jeder braucht seine Zeit und harte Worte helfen auch nicht bei allen, bei mir z. B. hilft sowas überhaupt nicht, ich kann damit gar nichts anfangen.
Mir hat es zumindest geholfen, die Pulsuhr nicht mehr so oft zu benutzen, aber wenn ich natürlich merke, dass mein Herz sehr schnell schlägt, werde ich trotzdem noch unruhig.
Es ist halt wirklich schwer, nicht auf das Herz zu achten.

Liebe Marie,

Zitat von Marie_19888:
seit Tagen habe ich den Focus auf meinem Puls. Ich spüre und beobachte ihn so doll. Habe Angst das er aufhört.

hast Du schon einmal darüber nachgedacht, ob es gut und hilfreich für Dich ist, Deinen Puls
zu beobachten?
Wenn Du Deinen Puls versuchst mit Deinen Gefühlen zu beobachten wird Dich das immer
wieder erschrecken.
Beobachtest Du dagegen Deinen Puls nur hin und wieder mit Deinen langsamen sachlichen Gedanken,
dann sollte Dich das nicht mehr erschrecken.

Zitat von Marie_19888:
Ist das auch normal dass ich den am ganzen Körper spüre.

Was ist normal? Wenn Du es sachlich siehst, dann ist etwas normal, was die meisten Menschen tun.
Und da die meisten Menschen ihren Puls nicht beobachten, verhältst Du Dich, was Deinen
Puls angeht etwas außergewöhnlich.

Zitat von Marie_19888:
ich versuche mich auch abzulenken aber wie du schon sagtest siegt das Unterbewusstsein meistens leider und ist stärker

Hier scheinst Du Dich zu irren. Das Unterbewusste Denken ist nur selten stärker.
Aber das Unterbewusste Denken ist hundert mal schneller, als Dein Bewusstes Denken.

Allerdings ist langsames Denken fast immer beruhigender, gesünder, hilfreicher und damit
besser als schnelles Denken.


Warum aber nimmst Du lieber nur Dein schnelles Denken? Ohne zu überprüfen, ob
das schnelle Denken auch richtiger und besser für Dich ist?


Ablenken kann ein Problem wohl kaum lösen. Sich ablenken bedeutet Folgendes.
Wenn ich mich ablenke, dann schaue ich mal eine Zeit nicht auf mein Problem. Oder ich höre mal
gerade nicht, wie sich mein Problem anhört.
Hörst Du auf, mit dem Ablenken, hörst, siehst und fühlst Du Dein Problem aber immer noch
genau so, wie vorher. Das bedeutet, mit sich ablenken kann man keine Probleme beseitigen.
Das geht nur, wenn man sachliche Lösungen findet.

Zitat von Marie_19888:
es ist leicht gesagt. Das ist das gleiche wenn man einem Esssüchtigen sagt ess nicht mehr so viel.

Oh nein, hier scheinst Du Dich zu täuschen. Bei den Ängsten funktioniert es völlig anders.

Die besondere Schwierigkeit ist für viele Menschen.
Mit Gefühlen kann man fast nie Probleme erkennen und schon gar nicht Probleme beseitigen.
Das bedeutet.

Wenn Du nicht mehr aus dem Haus gehen möchtest, dann kannst Du dafür auch nicht mit
Deinen Gefühlen eine Lösung finden.
Du beschäftigst also Deine Ärztin, damit sie für Dich eine sachliche Lösung findet.
Also läßt Du sie zu Dir nach Hause kommen.
Genauso machst Du es mit uns hier. Du stellst Fragen, die Du mit Deinen Gefühlen nicht
selbst beantworten kannst. Wir sollen aber nicht mit Gefühlen antworten. Von uns möchtest
Du sachliche, helfende Antworten haben.

Hältst Du es für möglich, dass Du Dir selbst Deine eigenen Fragen und Sorgen wieder häufiger
selbst sachlich beantwortest?
Dann kannst Du bald auch wieder aus dem Haus gehen, ohne deswegen Angst zu haben.

Zitat von Hotin:
Genauso machst Du es mit uns hier. Du stellst Fragen, die Du mit Deinen Gefühlen nicht
selbst beantworten kannst. Wir sollen aber nicht mit Gefühlen antworten. Von uns möchtest
Du sachliche, helfende Antworten haben.

Ja erstmal danke ich dir sehr für deine Antwort und dass du dir Zeit genommen hast. Natürlich ist das hier ein freies Forum, wo man Fragen stellen kann. Natürlich liegt bei pyschischen Erkrankungen 95% in unseren Händen und Gedanken. Aber wenn das so leicht wäre, würde es nicht Millionen Psychsichkranke geben. Jährlich werden Millionen Antidepressiva verschrieben. Das heisst einfach so mal Umdenken geht nicht. Und ja weil meine Angst so gross ist und ich seit längerer Zeit das Haus nicht verlassen kann, soll nun ein Hausbesuch gemacht werden.

Zitat von Marie_19888:
Natürlich ist das hier ein freies Forum, wo man Fragen stellen kann.

Das ist auch so. Deshalb fühle Dich nicht schlecht. Ich befürchte, noch hast Du nicht
erkannt, was ich Dir sagen möchte.
Vielleicht liest Du meinen Text noch 3 oder 4 mal langsam und versuchst einmal zu erkennen,
was ich da versuche zu sagen.

Zitat von Marie_19888:
Natürlich liegt bei pyschischen Erkrankungen 95% in unseren Händen und Gedanken. Aber wenn das so leicht wäre, würde es nicht Millionen Psychsich kranke geben.

Davon das es leicht ist, hatte ich nichts gesagt. Hast Du schon mal versucht, eine Tür aufzuschließen,
wenn Du 5 Schlüssel hast, die in das Schloss hineinpassen, aber kein Schlüssel öffnet das Türschloss?
Das ist dann auch nicht leicht.

Zitat von Marie_19888:
Jährlich werden Millionen Antidepressiva verschrieben.

Das ist so eine Sache. wenn Du Dir Medikamente verschreiben lässt, die Dir helfen sollen Dich
nicht so aufzuregen, bis Dir jemand den passenden Schlüssel bringt, wird es nicht oft die
beste Lösung sein.

Zitat von Marie_19888:
Das heisst einfach so mal Umdenken geht nicht.

Es geht genaugenommen gar nicht ums Umdenken. Das hast Du scheinbar noch nicht erkannt.
Wenn Du fast alles mit Deinen Gefühlen versuchst zu machen, dann ist es nicht möglich das Gleiche
zu schaffen, wie Menschen die ihr sachliches Denken mit dazu nehmen.

Ich könnte auch sagen. Menschen die zwei Arme benutzen, die können leichter Dinge erledigen,
als Menschen die nur einen Arm haben.
Aber Menschen die nur einen Arm haben leben auch und lachen auch.

Nun sagst Du hier.
So leicht ist es aber für mich nicht, weil ich ja nur einen Arm benutze.
Warum machst Du das? Welchen Vorteil hast Du davon, alles nur mit einem Arm zu erledigen?
Dann ist Dein zweiter Arm inzwischen vermutlich dünn geworden, seine Muskeln sind schwach
geworden, weil Du den Arm selten benutzt hast.
Dann erwecke Deinen zweiten Arm langsam wieder zum Leben und trainiere ihn, damit er wieder
kraftvoll zupacken wird.
Umzudenken, finde ich, brauchst Du dafür gar nicht. Du bleibst einfach die gleiche Person,
die Du jetzt auch bist.
Fängst Du an umzudenken, kennst Du Dich vielleicht irgendwann selbst nicht mehr wieder.
Deshalb bleib bitte so, wie Du bist. So bist Du gut !

A


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Dr. Christina Wiesemann
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