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Ängste abzuschwächen erscheint oft schwierig oder sogar unmöglich.
Begründet wird das damit. Es kann ja gar nicht funktionieren, weil Diejenige oder Derjenige hat ja
am Anfang seines Lebens gar kein Urvertrauen mitbekommen.

Für mich hört sich das etwa so an. Habe ich das Urvertrauen am Anfang meines Lebens nicht
mitbekommen, dann werde ich es bis an mein Lebensende auch nie fühlen können.
Damit befürchte ich, würde ich den Ängsten aber oft schutzlos ausgeliefert bleiben.

Ich jedoch gehe davon aus, dass man ein nicht vorhandenes Urvertrauen mit der Hilfe von anderen
Menschen und vor allem auch aus sich selbst heraus, durch etwas Anderes zumindest teilweise
ersetzen kann.
Dies nenne ich aber nicht mehr Urvertrauen, sondern ein selbst gebautes Grundvertrauen.

Dieses Grundvertrauen kann nach meinen persönlichen Erfahrungen jeder Mensch selbst aufbauen,
wenn er das möchte. Natürlich geht so etwas nicht einfach. Und es braucht einiges an Zeit dies
zu lernen.

Um Meinungen und Sichtweisen zu den Begriffen Urvertrauen und
Grundvertrauen zu besprechen, starte ich dieses Thema.
Über Beteiligung freue ich mich.

31.03.2025 16:47 • 02.04.2025 x 8 #1


51 Antworten ↓


@Hotin
Lieber Bernhard,
Danke für das Thema.
Wie kann man sowas nach lernen?

Ich zähle auch zu denjenigen denen gesagt wird das kann man nicht normalen Maß nach nähren. Man kann zwar versuchen sich rational gesunde Verhaltensweisen und Denkweisen nachträglich aneignen, aber man kann kein Urvertrauen nach lernen.

A


Urvertrauen oder besser Grundvertrauen selbst herstellen?

x 3


Das Urvertrauen was einem in die wiege gelegt wird kann man nicht nachlernen
Das ist das was mir immer gesagt wird

Es ist wie wenn man ein Haus ohne Fundamente baut
Es wird nie wirklich stabil sein

Und zu den Personen gehöre ich auch

Hallo Sonja.

Zitat von Sonja77:
Das Urvertrauen was einem in die wiege gelegt wird kann man nicht nachlernen

Zitat von Sonja77:
Das ist das was mir immer gesagt wird

Wer sagt Dir das?
Und Du bist auch davon überzeugt, dass Du Dir nicht so etwas wie Dein eigenes
Grundvertrauen selbst aufbauen kannst?

Zitat von Hotin:
Hallo Sonja. Wer sagt Dir das? Und Du bist auch davon überzeugt, dass Du Dir nicht so etwas wie Dein eigenes Grundvertrauen selbst aufbauen ...

Naja bei meinen Diagnosen ist es etwas anderes ich habe nicht einfach „nur „eine Angststörung sondern dazu noch einige Diagnosen mehr

wer sagt mir das?
mehre Psychiater Therapeuten Psychiatrien wo ich lange war

und ja ich selber bin überzeugt das man das Urvertrauen sich nicht selber lernen kann ohne es jemals gelernt zu haben


ich kämpfe seit über 7 Jahren jeden Tag gegen meine Dämonen das ist harte Arbeit den Alltag bewältigen zu können


ich weis nicht ob du meine Vergangenheit kennst

Zitat von WayOut:
aber man kann kein Urvertrauen nach lernen.


Liebe WayOut,

allen, die hier mit diskutieren, möchte ich ausdrücklich sagen. Ich versuche hier nicht den Eindruck zu erwecken,
dass man das Urvertrauen nachlernen kann.
Trotzdem habe ich den Begriff Urvertrauen in die Überschrift mit hineingenommen.
Weil zu diesem Begriff hat fast jeder eine klare Vorstellung und leider auch häufig eine negative
Überzeugung.

Aus diesem Grund habe ich den Begriff Grundvertrauen direkt mit hineingenommen.

Ich bin sicher und es ist mir persönlich schon mehrfach gelungen, Menschen dabei zu
unterstützen, ein verhältnismäßig gutes Grundvertrauen selbst aufzubauen.
Das schafft dann mehr innere Ruhe, Sicherheit und schwächt Ängste meistens deutlich ab.

Einfach zu verstehen, scheint es anfangs manchmal nicht.
Aber sehr kompliziert scheint es mir auch nicht zu sein.
Wie bei Vielem ist es so. Wer die Regeln kennt, der findet maches plötzlich kaum noch so
schwer, wie es vorher schien.

@Hotin ich bin sehr interessiert und gespannt.

Zitat von Sonja77:
ich weis nicht ob du meine Vergangenheit kennst

ich glaube nicht, dass ich von Deiner Vergangenheit Wesentliches kenne.
Aber ist das Voraussetzung? Rechnest Du mit anderen Rechenregeln als andere Menschen
und auch mit anderen Regeln als ich?

Zitat von Sonja77:
ich kämpfe seit über 7 Jahren jeden Tag gegen meine Dämonen das ist harte Arbeit den Alltag bewältigen zu können

Ich kann mir soetwas vorstellen. Das wird schon ziemlich schwierig sein. Ich habe in den Jahren
einen persönlichen Einblick in sehr, sehr viele belastende Schicksale bekommen.

Zitat von Sonja77:
wer sagt mir das?
mehre Psychiater Therapeuten Psychiatrien wo ich lange war

Zitat von Sonja77:
und ja ich selber bin überzeugt das man das Urvertrauen sich nicht selber lernen kann ohne es jemals gelernt zu haben


An dieser Stelle wird es schwierig. Soll ich nun hier etwas anderes sagen, als es Dir alle
Fachärzte gesagt haben? Nimmt man mich dann noch ernst?

Und wenn Du in Deinem Inneren fest davon überzeugt bist, dass Du daran nicht selbst etwas
verbessern kannst.
Soll ich auch noch versuchen, Dir auch noch diese, Deine Überzeugung schlecht zu reden?
Nehme ich Dir dann nicht auch noch eventuell etwas weg?
Wird es nun für mich dann nicht eher schwierig?

Zitat von Hotin:
ich glaube nicht, dass ich von Deiner Vergangenheit Wesentliches kenne. Aber ist das Voraussetzung? Rechnest Du mit anderen Rechenregeln als andere ...

Du darfst mir alles sagen ich bin immer offen für Neues

Zitat von Sonja77:
Du darfst mir alles sagen ich bin immer offen für Neues

Vielen Dank, das freut mich.
Helfen kann ich manchmal nur deswegen, weil ich völlig anders auf bestimmte Dinge schaue,
als andere Menschen.
Dabei ist es oft extrem wichtig, dass sich Menschen mit geschwächtem Grundvertrauen unbedingt
auch vertrauensvoll mit ihren Therapeuten und Psyologen unterhalten.
Therapeuten haben eine sehr wichtige Aufgabe. Aber leider schauen sich Therpeuten eben nur
etwas so an, wie es sich halt Therapeuten anschauen.

Zitat von Sonja77:
ich selber bin überzeugt das man das Urvertrauen sich nicht selber lernen kann


Wo bitte sitzt denn Deine Überzeugung in Deinem Gehirn?
Hast Du davon eine Vorstellung?
Und auf welche Weise kam diese Überzeugung in Dein Gehirn hinein?

Zitat von Hotin:
Wo bitte sitzt denn Deine Überzeugung in Deinem Gehirn? Hast Du davon eine Vorstellung? Und auf welche Weise kam diese Überzeugung in Dein Gehirn ...

Oh gute Frage
das weis ich nicht

naja das haben mir immer alle so gesagt

Zitat von Sonja77:
naja das haben mir immer alle so gesagt


Ok, und deswegen hast Du es geglaubt und zu Deiner Überzeugung gemacht. Du hast aufgegeben.
Das hätte ich dann vielleicht auch so gemacht.
Hätten sie Dir gesagt, das können sie verändern, dann hättest Du es vermutlich auch geglaubt.
Kann das sein? Schließlich sind das ja schlaue, studierte Menschen.

Wo hast Du denn diese Überzeugung abgespeichert? Warum kannst Du Dich auf Wunsch auch
sofort und genau daran immer jederzeit daran erinnern?

Ich füge hier mal eine Grafik von mir an.
Die soll zeigen, wie ungefähr das funktioniert, wie wir denken.
Wo kann da Deine Überzeugung abgespeichert sein?

Aufgegeben habe ich niemals und werde ich auch nie tun

Sagen wir mal so ich habe es einfach so hingenommen wie es mir gesagt wurde

Huhu, interessantes Thema.
Das Urvertrauen ist für mich nichts, was direkt da ist, wenn man geboren wird - es kommt auf die frühesten Erfahrungen und Umstände an. Für Babys ist es absolut überlebenswichtig, dass ihre Grundbedürfnisse durch die Eltern oder andere Erwachsene in der Gruppe erfüllt werden. Sie können sich nur bedingt äußern. Die auffälligste und wirksamste Art ist das Schreien. Aber was, wenn das Baby nicht gehört wird und keiner reagiert? Dann ist das extrem stressig, weil einerseits zB das Grundbedürfnis Hunger nicht erfüllt wird (= lebensbedrohlicher Zustand) und andererseits irgendwann ein anderer Mechanismus aus Schutz ein tritt: Sie hören auf zu schreien und geben möglichst keinen Mucks mehr von sich - einfach weil sie aufgegeben haben - es scheint niemand aus ihrer Gruppe da zu sein, der sich um sie kümmert und sie schützt. Sie sind dann also nur aus dem Grund ruhig, weil sie mit lautem Geschrei in dieser Situation auch noch Fressfeinde anlocken würden und diesen schutzlos ausgeliefert wären...
Soweit die biologische Sicht dahinter...
Wer früh in der Kindheit zB die Erfahrungen gemacht hat, nicht ernst genommen zu werden, nicht gehört zu werden, immer brav sein musste und seine eigenen Bedürfnisse hinten anstellen musste oder im schlimmsten Fall von genau den Personen, denen man am meisten vertraut hat, Gewalt und Misshandlungen erfahren hat, der hat leider schlechte Vorraussetzungen und sein Urvertrauen nicht erhalten/zerstört bekommen und folglich auch Schwierigkeiten gesunde Bindungen einzugehen.
Bis zu einem gewissen Punkt, denke ich aber auch, dass das Leben nicht nur schwarzweiß ist und da jeder sehr viele individuelle Erfahrungen gemacht hat und Dinge erlebt hat, die einen prägen, denke ich schon, dass man sich bis zu einem gewissen Punkt wieder mit etwas Grundvertrauen ausstatten kann. Nur ist es sehr schwer die sehr alten Programmierungen zu überschreiben und durch neue zu ersetzen.
Die Aussagen, dass einmal nicht erhaltenes Urvertrauen weg ist und nicht erlernt werden kann, mag einerseits fachlich gesehen stimmen, aber andererseits blockieren solche Gedanken auch, wenn man von vorneherein denkt das geht nicht.

Ich befürchte, schon wird es etwas schwierig.
Nun habe ich zwei Aussagen von Dir.

Zitat von Sonja77:
Das Urvertrauen was einem in die wiege gelegt wird kann man nicht nachlernen
Das ist das was mir immer gesagt wird

Es ist wie wenn man ein Haus ohne Fundamente baut
Es wird nie wirklich stabil sein

Und zu den Personen gehöre ich auch


Zitat von Sonja77:
Aufgegeben habe ich niemals und werde ich auch nie tun

Sagen wir mal so ich habe es einfach so hingenommen wie es mir gesagt wurde


Welche von den beiden Aussagen ist denn nun die, nach der Du hauptsächlich täglich lebst?
Du kannst ja nicht gleichzeitig rechts und links abbiegen? Wo also willst Du am liebsten hin?
Nach rechts? Oder nach links?

Zitat von Hotin:
Ich befürchte, schon wird es etwas schwierig. Nun habe ich zwei Aussagen von Dir. Welche von den beiden Aussagen ist denn nun die, nach der Du ...

Ich lebe immer nach der Aussage
niemals aufgeben
Sponsor-Mitgliedschaft

Zitat von Sonja77:
Ich lebe immer nach der Aussage
niemals aufgeben

ok, das hört sich gut an.

Wenn Du nun meine Grafik anschaust. Wo sitzt denn Deine Aussage niemals aufgeben?

Und noch hast Du nicht geantwortet, wo Du Deine hier folgende Aussage
Zitat von Sonja77:
Das Urvertrauen was einem in die wiege gelegt wird kann man nicht nachlernen
Das ist das was mir immer gesagt wird

Zitat von Sonja77:
Es wird nie wirklich stabil sein

Und zu den Personen gehöre ich auch


abgespeichert hast.
Hast Du davon eine Vorstellung, wo Du das liegt?

Ein schweres Thema und mir geht es psychisch gar nicht gut. Durch die vielen Freunde die in letzter Zeit gestorben sind, möchte ich nur noch weinen und bei Dörte dessen Mann jetzt gestorben ist, fühle ich ihren Schmerz. Ich wollte noch was schreiben, aber ich glaube meins hat nichts mit dem Urvertrauen zu tun, oder doch?

Zitat von Hotin:
ok, das hört sich gut an. Wenn Du nun meine Grafik anschaust. Wo sitzt denn Deine Aussage niemals aufgeben? Und noch hast Du nicht ...

Nein leider hab ich keine Ahnung wo das abgespeichert ist…..

A


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Mira Weyer
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