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Wahrscheinlich hilft jeder und jedem da etwas anderes. Meine Erfahrung mit dem Aufschreiben war bisher immer, dass ich mich noch mehr in negatives Denken reingesteigert habe.

Meditation ist zunächst absichtslos und fördert damit noch nicht das bewusste Denken in einer für mich positiven Richtung. Vielleicht kann man es als eine Vorübung betrachten, um überhaupt erst mal in die Lage zu kommen, diesen unbewussten Strom an Gedanken und Gefühlen wahrzunehmen und von willentlich gesteuerten Gedanken zu differenzieren.

Zitat von Rossi:
Wahrscheinlich hilft jeder und jedem da etwas anderes.

Daran mag ich eher nicht glauben.

Zitat von Rossi:
Meine Erfahrung mit dem Aufschreiben war bisher immer, dass ich mich noch mehr in negatives Denken reingesteigert habe.

Das verstehe ich gar nicht. Das Aufschreiben soll dazu dienen, die eigenen Gedanken
extrem zu verlangsamen.
Wenn Du Deine extrem verlangsamten Gedanken dann auch noch selbst wiederholt liest,
wie kannst Du Dich dann noch da hineinsteigern?
Hineinsteigern kannst Du Dich im Grunde nur mit sehr schnellen unterbewussten und
mit zusätzlich noch allerlei Gefühlen beladenen Gedanken.

Da kannst Du schon mal leicht den Überblick und auch Deine innere Ruhe verlieren

Ich vermute, Du machst dann etwa Folgendes. Du hast Deine Gedanken nur aufgeschrieben
um sie aus dem Kopf heraus zu bekommen. Das Aufschreiben soll aber einem völlig
anderen Zweck dienen. Es soll Dir verlangsamt zeigen.
Mit welchen Gedanken beschäftige ich mich überhaupt. Und welche Gedanken sind
mir besonders wichtig.

A


Urvertrauen oder besser Grundvertrauen selbst herstellen?

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Ich sehe das so:
Angst ist ein Gefühl, das uns auf eine für uns gefährliche Situation aufmerksam machen und uns zum Handeln bringen soll. Handeln bedeutet dabei, angemessen auf die Gefahr zu reagieren. Aus unterbewusstem Denken entstehen aber diffuse Ängste. Diffus deshalb, weil das Gefühl zwar klar ist, aber nicht der Gedankengang dahinter.

Wir haben Angst, aber keine Möglichkeit durch eine Handlung drauf zu regieren, weil uns die die Gedanken die zu dieser Angst geführt haben gar nicht klar sind. Die Folge sind Ohnmacht und Hilflosigkeit. Durch ein aufdröseln der Gedanken und Ängste können wir uns diese aber bewusst machen und auch darüber klar werden, dass wir sehr wohl handlungsfähig sind.

Das Beschäftigen mit diesen Ängsten und Gedanken macht aber selbst vielen Angst (weil es oft auch falsch angegangen wird) und fällt m. M. n. deswegen oft so schwer.

Es lohnt sich aber, denn durch das Durchdenken können wir entweder unsere Ängste als haltlos identifizieren oder Strategien entwickeln um mit dem was uns TATSÄCHLICH beschäftigt umzugehen. Die positiven Erfahrungen dass eigenes Handeln möglich ist und etwas verändert, tun dann den Rest.
Je mehr man sich die eigene Handlungsfähigkeit bewusst macht und erfährt, desto stärker wird das (Grund-)Vertrauen auch zukünftigen und unbekannten Situationen gewachsen zu sein.

Ein Baby was zur Welt kommt, hat keine Angst, ersteinmal nicht. Es sollte Urvertrauen haben. Es ist sorglos, kann sich auf die Eltern verlassen.

Es gibt die normale Angst und die nicht normale Angst lieber @Hotin . Die normale Angst ist die Angst, die uns schützt und die nicht normale Angst, ist die Angst, die uns krank macht. Ich unterscheide das sehr.

Angst und Panikattacken haben mir das Leben schwer gemacht.

Ich glaube das ich sie von Anfang an mit bekommen habe. Leider.

Liebe Abendschein,

vielen Dank für Deine Antwort. Leider bin ich nicht so ganz Deiner Meinung Nun ist etwas natürlich
besonders schwierig für mich.
Entweder ich sage. Ja, ich sehe es genauso wie Du. Oder ich sage. Nein, leider sehe ich es
anders als Du. Dann nämlich spreche ich direkt Deine gefühlte Angst in Deinem Unterbewusstsein an.

Und nun sage mir mal. Welche Deiner Ängste spreche ich denn nun hier gerade an.
Ist es die Angst, die Dich immer schützt?
Oder ist das Deine Angst, welche Dich krank macht?
Damit will ich sagen. Gibt es darüber, was Angst in uns auslöst nicht noch viel, viel mehr zu sagen?
Ganz so einfach wird es nicht funktionieren.

Zitat von Abendschein:
Ein Baby was zur Welt kommt, hat keine Angst, ersteinmal nicht.

Zitat von Abendschein:
Es ist sorglos, kann sich auf die Eltern verlassen.

Warum schreien Babys denn dann oft und hören auf, wenn sie auf den Arm genommen werden
und wenn die Mutter beruhigend mit ihnen spricht?

Hallo, vielen Dank für einen tollen Beitrag.

Zitat von DrSeltsam:
Angst ist ein Gefühl, das uns auf eine für uns gefährliche Situation aufmerksam machen und uns zum Handeln bringen soll. Handeln bedeutet dabei, angemessen auf die Gefahr zu reagieren.

Das sehe ich genauso. Wobei ich finde. Der Schlüssel liegt auf den Worten. Angemessen zu reagieren.

Zitat von DrSeltsam:
Aus unterbewusstem Denken entstehen aber diffuse Ängste. Diffus deshalb, weil das Gefühl zwar klar ist, aber nicht der Gedankengang dahinter.

Auch das sehe ich genauso.

Zitat von DrSeltsam:
Wir haben Angst, aber keine Möglichkeit durch eine Handlung drauf zu regieren, weil uns die die Gedanken die zu dieser Angst geführt haben gar nicht klar sind.

Ja und Nein. Wir haben immer die Möglichkeit mit unserem bewussten Denken darauf zu reagieren.

Solange, wie uns nicht klar ist, welche unterbewussten Gedanken zu unserer Angst geführt haben,
solange sollte ich meiner Angst aber eher nur wenig Aufmerksamkeit schenken.

Solange mir die Angst keinen klaren Grund, einen Beweis zeigt, warum sie Alarm macht, brauche ich
meine Angst noch nicht ernst nehmen.
Das ist so, wie vor Gericht. Im Zweifel entscheide ich für den Angeklagten. Nicht schuldig !
Das ist natürlich ein etwas längerer Lernvorgang.
Zitat von DrSeltsam:
Die Folge sind Ohnmacht und Hilflosigkeit.

Ich bin doch gar nicht hilflos. Ich mache erst einmal weiter, als hätte die Angst nicht geschrien.
Natürlich geht es nicht ganz so einfach wie ich es hier gerade sage. Aber es geht !

Zitat von DrSeltsam:
Durch ein aufdröseln der Gedanken und Ängste können wir uns diese aber bewusst machen und auch darüber klar werden, dass wir sehr wohl handlungsfähig sind.

Das kann auch funktionieren.

Zitat von DrSeltsam:
Es lohnt sich aber, denn durch das Durchdenken können wir entweder unsere Ängste als haltlos identifizieren oder Strategien entwickeln um mit dem was uns TATSÄCHLICH beschäftigt umzugehen.

Wenn man sich die Zeit und die Ehrlichkeit zu sich selbst, dazu nimmt, wird das funktionieren.
Zitat von DrSeltsam:
Die positiven Erfahrungen dass eigenes Handeln möglich ist und etwas verändert, tun dann den Rest.

Da schreibst Du eine richtig tolle grundsätzlich positive Aussage.
Zitat von DrSeltsam:
Je mehr man sich die eigene Handlungsfähigkeit bewusst macht und erfährt, desto stärker wird das (Grund-)Vertrauen auch zukünftigen und unbekannten Situationen gewachsen zu sein.

Vielen Dank. Einen Teil als Antwort für dieses Thema hast Du nach meiner Ansicht hier schon
wunderbar herausgearbeitet.
Grundvertrauen entsteht, wenn man sich darüber klar wird, dass man immer handlungsfähig ist !
Nur sehr selten, hat man keine Möglichkeit sich selbst zu befreien. Fast immer kann man
irgendetwas an seiner Einstellung und an seiner persönlichen Situation verändern.

Zitat von Hotin:
Grundvertrauen entsteht, wenn man sich darüber klar wird, dass man immer handlungsfähig ist !

Ich bin mir da nicht so sicher, dass das zuverlässig funktioniert und möchte ein Beispiel aus meinem Leben anführen: Wenn mein Mann wegfährt und ich allein zuhause bleibe, bekomme ich häufig eine diffuse Angst.
Dafür könnte es aus meiner Sicht zwei Gründe geben:
Ich könnte einerseits vor dem Alleinsein an sich Angst haben. Jedoch habe ich als Erwachsene schon über längere Zeiträume allein gelebt und weiß, dass ich mit den möglichen Herausforderungen klar komme. Ich habe dies mir schon oft bewusst gemacht und es ja auch wirklich gelebt und erlebt. Ich zweifle im Bewssten nicht daran, dass ich mir allein helfen kann.
Die zweite mögliche Ursache für meine Angst ist, dass mein Mann mich verlässt und nicht zurück kommt, dass er mich also nicht liebt. Da er aber immer wieder zurück kommt und sein Verhalten auch keinen Hinweis darauf gibt, dass er weg von mir möchte, kann ich mit bewusstem Denken auch dies aushebeln. Außerdem weiß ich ja, selbst wenn er mich verlassen würde, ich komme allein klar und kann auch wieder einen neuen Partner finden.

Die Angst kommt aber trotzdem immer wieder und da kann ich mir hundert mal im Bewussten sagen, dass de facto kein rationaler Grund für die Angst existiert. Ich kann damit leben und mache weiter, wenn die Angst kommt, das schon. Aber sie kommt eben. Also habe ich zwar einen Umgang mit der Angst entwickelt, nicht aber ein Grundvertrauen.

Hallo Rossi,

ich denke, Deiner Beschreibung kann ich vollständig folgen.

Zitat von Rossi:
Ich bin mir da nicht so sicher, dass das zuverlässig funktioniert und möchte ein Beispiel aus meinem Leben anführen: Wenn mein Mann wegfährt und ich allein zuhause bleibe, bekomme ich häufig eine diffuse Angst.

Dies verstehe ich. Es bedeutet also.
Erstens:

Da sitzt unterbewusst eine Angst. welche immer noch seit früheren Zeiten zu wirken scheint.

Zitat von Rossi:
Ich könnte einerseits vor dem Alleinsein an sich Angst haben.

Könnte sein, ist aber vielleicht auch gar nicht so sehr von Bedeutung.

Zitat von Rossi:
Jedoch habe ich als Erwachsene schon über längere Zeiträume allein gelebt und weiß, dass ich mit den möglichen Herausforderungen klar komme. Ich habe dies mir schon oft bewusst gemacht und es ja auch wirklich gelebt und erlebt.

Jetzt aber redest Du von einer Angst die im Bewusstsein sitzt, einem langsamen bewussten
Gedanken, der auch dort manchmal etwas Unsicherheit meldet.
Diese beiden, Deine unterbewusste Angst und Dein bewusster Gedanke, die kennen sich aber kaum.

Zweitens, sprichst Du von einer gedanklichen Angst, welche Du glücklicherweise schon oft
sachlich und logisch empfinden kannst.
Bis hierhin scheint mir das völlig normal. Schwierig wird es vermutlich aus folgendem Grund.

Du hast manchmal zwei Denkergebnisse. Du schaffst es aber noch nicht, Deiner unterbewussten
Angst zu sagen. Hey sei mal still. Ich brauche Dich gerade nicht. Du hilfst mir gerade nicht,
sondern Du schadest mir gerade mehr.
Im Moment schaffst Du es noch nicht, diese Angst so zu stoppen.
Kannst Du Dir das etwa so vorstellen?

Unterbewusste Angst ist immer sofort da. Sie fährt sofort alle körperlichen Bereitschafts-
Systeme wie Puls , Blutdruck und anderes hoch. Du bist in einer Sekunde schon im Alarm-Modus.
Jetzt aber erst beginnst Du bewusst nachzudenken, war meine Reaktion überhaupt sinnvoll?
Das ist leider viel zu spät. Das Alarmsystem ist schon hochgefahren.

Wie willst Du nun Deinem Körper sagen. Alle mal herhören. Puls senken, Blutdruck senken
und so weiter. Wenn Du dieses Alarm hin und her leid bist, dann kannst Du Dir eigentlich nur so helfen.
Jetzt sind wir wieder in diesem Thema.

In Deinem Unterbewusstsein sitzt ein Aufpasser der sich Angst nennt. Nun solltest Du dieser
Angst ein anderes, positives Gefühl ebenfalls als Aufpasser daneben setzen.
Dieser zweite Aufpasser, der ist dann Dein Grundvertrauen.
Will Deine Angst nun aufspringen und den Alarmknopf drücken, dann muss das Grundvertrauen
in derselben Geschwindigkeit die Angst an der Hose festhalten und sagen.
Stopp hier ! Du drückst jetzt nicht den Alarmknopf. Erst, wenn ich Dir das erlaube, dann können
wir das sogar gemeinsam tun. Weil ich habe neuere, frischere Informationen als Dein
Wissen von früher. Deine Informationen waren mal berechtigt, heute sind sie aber veraltet.

Ich weiß nicht, ob Du Dir das so vorstellen kannst.
Noch einmal das Wesentliche. Will ich eine unterbewusste Angst abschwächen,
muss ich das Gegenmittel direkt in das Unterbewusstsein hineintun.
Hauptsächlich wegen der gleichen Geschwindigkeit.
Nicht in das Bewusste D
enken hineintun.
Sonst wirkt das Gegenmittel zu spät.


Zitat von Rossi:
Die Angst kommt aber trotzdem immer wieder und da kann ich mir hundert mal im Bewussten sagen, dass de facto kein rationaler Grund für die Angst existiert.

Ja, ja, so kenne ich es auch. Warum soll diese Angst still sein, wenn Du doch bisher
meiner Ansicht nach, noch nicht das Richtige dagegen gemacht hast.

Das alles ist mir viel zu schwer und zu kompliziert.

Ich bin mit der Angst meiner Mutter aufgewachsen, weil sie mir diese übermittelt hat.
Die Angst und Panikattacken. Dann wurde ich erwachsen und wollte diese Angst nicht mehr
haben. Die Angst, die mich schützt, wenn der Ofen zu heiß ist, oder wenn ein Auto kommt,
oder wenn sie Bäume fällen, dann laufe ich da nicht her. Es gibt bestimmt unzählige Situationen,
wo man Angst haben könnte. Ich bewundere immer Menschen, die gar keine Angst haben,
auch diese gibt es.

Nun bleibe ich aber bei mir. Was hat mir in meinem Leben gefehlt? Gut, ich bin in kein Flugzeug
gestiegen und ich werde auch nicht in einem Heißluftballon mit fahren.

Ich mache sonst alles. Mir hat es soweit an nichts gefehlt, außer das diese Ängste da waren.
Zurück betrachtet haben die Panikattacken, mir das leben wohl schwer gemacht, dennoch habe
ich mich von ihnen nicht unterkriegen lassen.

War zwar störend, aber ich habe es überlebt. Diese Angst die so nervt, damit meine ich auch die
Symptome, die dabei sind. Muß ich Dir die aufzählen, oder weißt Du was ich meine?

Ich verstehe nicht, das Du mich nicht verstehst. Du kennst Dich doch aus, mit den Ängsten und die
Ängste bestehen ja nicht nur aus Angst, sondern eben auch an diesen Symptomen und an den
Panikattacken. Die Panikattacken sind weg, die kommen nicht mehr, da habe ich gelernt, das sie
weg bleiben. Was jetzt noch übrig bleibt, bespreche ich mit meinem Therapeuten, der mich versteht.

Ja und das mit dem Urvertrauen, ich denke, das das nicht immer unbedingt, was mit den Ängsten zu
tunt hat. Es gibt bestimmt Menschen, die gar keine Angst haben und das Urvertrauen nicht haben.

Vertrauen habe ich, zu Jesus, auf jeden Fall, zu meinem Mann, zu meiner Heilpraktikerin, zu meiner
Familie und Freunde. Was will ich mehr? Ich möchte die eine oder andere Angst, noch verlieren, aber
das werde ich auch noch schaffen. Da bin ich Zuversichtlich.

Zitat von Abendschein:
Das alles ist mir viel zu schwer und zu kompliziert.


In Ordnung. Wenn Du das so siehst, dann mach es so weiter, wie Du es möchtest.

Zitat von Abendschein:
Ich bewundere immer Menschen, die gar keine Angst haben,
auch diese gibt es.

Einen Menschen, der gar keine Angst hat, den habe ich bisher noch nicht kennen gelernt.
Da hast Du mir gegenüber eien großen Vorteil.

Zitat von Abendschein:
Ich verstehe nicht, das Du mich nicht verstehst.

Das hast Du mir hier im Forum schon vor vielen Jahren gesagt. Daran hat sich leider nichts verändert.
Ist ja auch nicht schlimm. Oder findest Du es doch?

Zitat von Abendschein:
Ich möchte die eine oder andere Angst, noch verlieren, aber
das werde ich auch noch schaffen. Da bin ich Zuversichtlich.

Das wünsche ich Dir. Du wirst es schon schaffen.

Zitat von Hotin:
Oder findest Du es doch?

Nein

Zitat von Hotin:
Noch einmal das Wesentliche. Will ich eine unterbewusste Angst abschwächen,
muss ich das Gegenmittel direkt in das Unterbewusstsein hineintun.
Hauptsächlich wegen der gleichen Geschwindigkeit.
Nicht in das Bewusste D
enken hineintun.
Sonst wirkt das Gegenmittel zu spät.

Wie genau schaffe ich das? Gibt es da spezielle Übungen?

Zitat von Gaulin:
Wie genau schaffe ich das? Gibt es da spezielle Übungen?

Spezielle Übungen braucht man dafür meiner Ansicht nach nicht.
Wichtig finde ich nur. Man sollte verstehen wie wir denken.
Deswegen wiederhole ich es immer wieder. Etwa 80 bis 90 % denken wir unterbewusst,
also superschnell.
So vieles machen wir alles unterbewusst. Und dabei machen wir sehr oft etwas,
was wir Fehler nennen.
Nicht nur ich mache viele Fehler. Die anderen machen natürlich auch viele Fehler.
Daraus ergibt sich. Wir sollten manchmal das, was andere sagen und machen nicht
immer so ernst nehmen.


Wir laufen, wir lesen, wir schreiben, wir rechnen,wir lernen kurze Gedichte auswendig,
beachten beim Autofahren alle Verkehrsregeln, beachten auch andere gelernte Regeln.
Fast alles, was wir können haben wir uns gelernt.
Wir haben aber nicht nur unsere Fähigkeiten so gelernt.
Wir haben auch unseren Stellenwert (unsere Rangstelle) im zwischenmenschlichen Bereich gelernt.
Man nennt das auch das Selbstbewusstein.

Diesem zwischenmenschlichen Bereich kommt eine ganz besondere Bedeutung zu.

Meine innere Einstellung zu anderen Menschen habe ich oft schon sehr früh selbst geschrieben.
Wir funktionieren alle fast völlig gleich.
Nun sagen viele. Das kann nicht sein. Jeder Mensch ist anders. Ich sage Nein.
Der wesentliche Unterschied besteht darin. Wir haben uns alle jeweils ein eigenes
Unterbewustsein, ein eigenes Lebensbuch geschrieben.
Und nach unserem Unterbewusstsein verhalten wir uns.
Unsere Angst passt immer mit auf, dass wir uns ungefähr an unsere selbstgeschriebenen
Regeln halten.

Zurück zu Deiner Frage.
Wenn Du etwas in Dein Unterbewusstsein einspeichern willst, dann musst Du das, was Du
einspeichern willst lernen.
Gibt es spezielle Übungen, wie man etwas leicht lernt? Das sollte jeder selbst beantworten.
Vielleicht eins. Das Lernen sollte Spass machen. Dann lernt man leichter

Was mache ich, wenn ich eine Fähigkeit erlernen möchte? Was muss ich tun, wenn ich Spanisch
lernen will? Vokabeln trainieren. Was muss ich lernen, wenn ich eine Sportart gut können will?
Immer wieder trainieren.
Was muss ich lernen,wenn ich überwiegend die Angst vor anderen Menschen verlieren will.
Immer wieder trainieren.
Und grundsätzlich etwas dabei in mein Unterbewusstsein neu einspeichern.
Als Mensch bin ich genauso viel wert , wie mein Arzt, wie mein Chef, wie meine Eltern, wie meine Geschwister,
wie mein unfreundlicher Nachbar, wie eben jeder andere Mensch.
Mein Wert ist etwa genauso hoch wie der eines anderen Menschen, aber auch nicht höher.
Möglichst sollte niemand wertmäßig über mir stehen. Ich sollte mich aber auch möglichst
nicht
über andere erheben.

Eine solche Sichtweise sollte die meisten Ängste ehern klein halten.
Daraus ergibt sich.
Wenn ich meine Ängste klein halten will, sollte ich mich immer wieder darum kümmern,
mit welchen Kommunikationes-Regeln ich auf andere Menschen zugehe.

Wenig Angst vor Schwäche haben.
Wenig Angst davor haben dass ich mich blamiere.
Wenig Angst davor haben dass mich jemand nicht mag.
Wenig Angst davor haben, dass ich benachteiligt werde.
Wenig Angst davor haben, das man über mich schlecht redet, wenn ich nicht da bin.
Wenig Angst davor haben, dass man mich nicht ernst nimmt.

Und so könnte ich das noch immer weiter führen.

Zitat von Hotin:
Einen Menschen, der gar keine Angst hat, den habe ich bisher noch nicht kennen gelernt.

Der wird auch nicht lange leben.
Oder er hat das alles, die Gefahren, komplett rationalisiert, das wäre auch möglich.

Hm, aber an genau der Frage, wie ich trainieren kann, weniger Angst zu haben, scheitere ich ja.

Wenn ich schneller rennen will, muss ich mich im Rennen üben. Wenn ich eine Sprache erlernen will, muss ich viel sprechen, lesen und schreiben in eben dieser Sprache üben.

Aber wenn ich keine Angst haben möchte, kann ich nicht üben, keine Angst zu haben, weil ich kein Gefühl willentlich an und abschalten kann. Es geht nur über Umwege. Da ist mir nur der Weg über das bewusste Denken bekannt. Also muss ich immer wieder Dinge denken, die positiv oder zumindest neutral sind, oder?

Zitat von Rossi:
kann ich nicht üben, keine Angst zu haben,

Was ist das Gegenteil von Angst? Das musst du dann üben.

Zitat von hereingeschneit:
Was ist das Gegenteil von Angst?

Mut, Sicherheit, Vertrauen, Ruhe, Gelassenheit.
Sponsor-Mitgliedschaft

Zitat von Rossi:
aber an genau der Frage, wie ich trainieren kann, weniger Angst zu haben, scheitere ich ja.

Daran brauchst Du nicht scheitern.

Zitat von Rossi:
Wenn ich schneller rennen will, muss ich mich im Rennen üben. Wenn ich eine Sprache erlernen will, muss ich viel sprechen, lesen und schreiben in eben dieser Sprache üben.

Das ist so.

Zitat von Rossi:
Aber wenn ich keine Angst haben möchte, kann ich nicht üben, keine Angst zu haben, weil ich kein Gefühl willentlich an und abschalten kann.

Teilweise ist das so. Deine Aussage stimmt.
Man kann kaum üben etwas nicht zu tun. Das ist nicht nur bei der Angst so.

Wenn man etwas nicht mehr machen will, muss man im Unterbewusstsein etwas
Besseres daneben stellen.

Ich will nicht mehr rauchen. Ich werde meinem Körper häufig etwas gutes tun. (Positive Aussage)

Ich will nicht mehr viel Süßes essen. Mit einer zuckerarmen Ernährung werde ich mein Gewicht ein
wenig in den Normalbereich zurückholen. (Positiv)

Ich will mich nicht mehr so sehr über meine Mutter/meinenVater ärgern. Ich werde ab jetzt viel
ruhiger reagieren, wenn mich meine Mutter/mein Vater wieder mal belehren und ärgern will.

Mit meinem Arbeitskollegen will ich mich nicht mehr streiten. Ab morgen werde ich deutlich
ruhiger und langsamer auf die Worte meines Arbeitskollegen reagieren. Ich lasse mir meine
Nerven nicht belasten.


Ich will bei solchen Dingen nicht mehr so schnell Angst bekommen. Bevor meine Angst
versucht mich zu behindern, werde ich erst einmal ruhig und bewusst nachdenken, welche
bessere Lösung es für mich gibt.


Zitat von Rossi:
Also muss ich immer wieder Dinge denken, die positiv oder zumindest neutral sind, oder?


Ja, nach meinem Wissen scheint dies der beste, wirksamste Weg zu sein.
Wenn ich etwas nicht oder nicht mehr will, dann brauche ich eine positive Aussage in meinem
unterbewussten Denken, welche mir klar einen größeren Vorteil bringt, als es mein Angstgefühl
bringen würde.

Unser Unterbewusstsein ist hauptsächlich ein Speicher.
Man kann also aus dem Speicher
etwas herausholen.
Man kann aber nicht sagen. Bitte zeige mir etwas nicht.

Du kannst sagen. Wo habe diesen angenehmen Duft schon mal gerochen?
Du kannst aber nicht sagen.
Die Erinnerung an diesen Geruch möchte ich nicht mehr haben.

Zitat von Rossi:
Es geht nur über Umwege. Da ist mir nur der Weg über das bewusste Denken bekannt.

Einen Weg über das bewusste Denken kann man benutzen. Wer hat Dir schon einmal etwas von
diesem Weg gesagt. Und wie sollst Du dann da vorgehen?

Zitat von Hotin:
Einen Weg über das bewusste Denken kann man benutzen. Wer hat Dir schon einmal etwas von
diesem Weg gesagt. Und wie sollst Du dann da vorgehen?

Das geht, aber nicht wenn man mitten drin steckt, dann konnte ich nicht nach Links und nicht nach Rechts schauen.
Ich konnte nicht mal mehr über den Tellerrand gucken. Nichts ging mehr, wie festgesteckt. Ich konnte eine Zeitlang nicht mehr schlucken. Habe geschaut wie andere schlucken, nicht mehr atmen, habe meine Atmung nicht mehr gespürt.
Was dann? So sehr ich mich angestrengt habe, es ging nicht mehr. Das war echt alles schlimm. Dann habe ich gedacht
ich habe MS, hatte alle Symptome einer MS. Es war wie ein Kreislauf, ein Strudel, der Dich mitreißt. Als ich drin war, bin ich nicht rausgekommen. Habe den Ausschalter gesucht. Irgendwann nach mehreren Therapien hat mal ein Arzt gesagt,
ich müßte aus dem Kreislauf ausbrechen. Ja, aber wie? Das ist der Alltag. Erst Jahre später habe ich es gelernt.
Aus dem Kreislauf herauszubrechen, indem ich mich ersteinmal abgelenkt habe. Aber auch das ist überwunden, Heute kann ich das Leben genießen. Aber es sind wertvolle Jahre vergangen.

@Abendschein ich denke, dass man da eine gewisse Stabilität braucht um aktiv gegenzusteuern. In solchen extremen Akutphasen ist es kaum möglich.

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Mira Weyer
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