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Liebe alle,

ich bin seit langer Zeit stiller (und dankbarer) Mitleser dieses Forums.

Nach langer und reiflicher Überlegung bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass die Angst vor dem Tod wohl Ursache vieler anderer Ängste ist (Fliegen, Krankheit etc.) und daher insgesamt unmittelbar oder mittelbar zu extremen Leidzuständen führen kann.

Deshalb: Lasst uns ein Forum schaffen, in dem wir engagiert an diesem Problem arbeiten.

Ich fange mit meinen Gedanken an und hoffe auf konstruktiven Austausch:

Literatur zu dieser Thematik ist vorhanden, aber unzureichend - meines Erachtens zu philosophisch oder zu oberflächlich (eine Ausnahme ist das Werk von Morschitzky). Ratschläge wie Frage dich mal, wie es wäre, ewig zu leben sind ebenfalls bei genauer Betrachtung sehr ineffektiv.

Ich habe gelernt, die betroffene Angst zu Ende zu denken - wovor habe ich eigentlich wirklich Angst?

Ich habe

1) Angst vor dem Sterben

-- Angst vor dem Leidenmüssen
-- Angst vor dem Alleinesein während des Sterbeprozesses
-- Angst vor dem körperlichen Verfall während des Krankheitsprozesses
-- Angst vor der dem Besorgtsein von Mitmenschen

2) Angst vor dem Moment des Todes

-- Angst vor dem Übergang vom Leben zum Tod

3) Angst vor dem Todsein

-- Angst vor dem Unbekannten
-- Angst vor Bestrafung
-- Angst vor dem Alleinesein
-- Angst vor Verwesung

Und jetzt?

Ich kann

1) zu Ende denken (ist es wirklich so schlimm?),
2) kognitiv umstrukturieren,
3) dahinter stehende Grundprobleme (Alleinesein, Kontrollverlust, extremes Sicherheitsbedürfnis etc.) bearbeiten,
4) Akzeptanz erlernen.

Was sagt ihr? Wie würdet ihr vorgehen? Ich freue mich auf den Austausch!

Gestern 17:16 • 05.04.2025 #1


14 Antworten ↓


Hallo,

viele Menschen haben Angst vor dem Sterben ,Tod , Krankheiten, .
Sich mit dem Tod beschäftigen kann durchaus befreiend sein nur wenn dann dass Thema Tod zu Ende gedacht wurde.
Die kreisenden Gedanken sind sehr belastend und kann auch ein Symptom einer starken psychischen Erkrankung sein .
Bist du in ärztlicher Hilfe?

A


Mein Versuch, die Angst vor dem Tod zu überwinden

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Annehmen dass das Leben nicht endlich ist. Und keine Wissenschaft draus machen. Und es genießen und nicht kaputt denken…

Ich finds auch nicht cool irgendwann nicht mehr da zu sein aber das is der Lauf der Dinge.

Hallo Meer 001,

und willkommen im Forum!
Bestimmt findest auch Du
viele neue Denkansätze und guten Austausch. - ich finde es sehr inspirierend.

Dein Thema ist mir gerade ins Auge gesprungen, gerade weil ich diese Angst (dafür viele Andere)
NICHT kenne.

Ich beschreib Dir auch kurz warum:
bei einem größeren Zahnarzteingriff, vor vielen Jahren, ging etwas schief, ich driftet ab...

UND fand mich tatsächlich, in einer Art Tunnel wieder, weit vor mir ein helles Licht... WIRKLICH... Schon oft beschrieben, aber ich hab s echt auch erlebt!
Es war völlig angstfrei! /angenehm da und ich strebte Richtung dem weißen Licht. Irgendwie wollte ich dahin und vor allem dahinter blicken!
Ich war schon irgendwie bei Bewußtsein, hab aber in dem Moment nicht über Zahnarzt usw. nachgedacht, ich strebte - wie gesagt zu dem Licht...
... und als ich dort angekommen war - genau, als ich quasi hinein oder besser: hindurch schauen wollte, wurde ich reanimiert und zurückgeholt (ein Unfallarzt hatte seine Praxis im gleichen Gebäude und eilte zu meiner Rettung).

Ich war sehr verwirrt nach der Reanimation und erst Stunden später, als ich zuhause war, wurde mir erst so richtig klar, daß ich an diesem Nachmittag fast gestorben wäre.
ABER die Tatsache, daß es angenehm/wohlig dort war UND daß der Notarzt, direkt auch noch verfügbar war, haben mir von diesem Tag an die Gewissheit gegeben, daß a) danach was
(zumindest) Angenehmes kommt
und b) wohl was dran ist an der Aussage, daß es irgendwie vorherbestimmt ist (meine Zeit war wohl noch nicht) und ich mir da nicht unnötig Sorgen machen brauche.

@Meer001
Bei mir hatte sich das ganze Thema gegessen, als meine Ängste und Depressionen
Trigger

so schlimm wurden das mir das Leben sch.gal war.


Es geht mir jetzt wieder gut, aber ich habe keine Angst mehr vor dem Tod.

Wow, vielen Dank für die raschen Rückmeldungen!

@Tuffie1: Welch wichtiger Gedanke, den du teilst! Das Zu Ende - Denken ist extrem wichtig und essenzielle Säule einer richtigen Konfrontation, vgl. auch mein Punkt 1 im Originalbeitrag. Nein, in ärztlicher Behandlung bin ich nicht, ich sehe auch keine Veranlassung. Die Gedanken treten oft, aber in Phasen, auf, meist durch ein Trigger, wie ein Todesfall, den ich in der letzten Woche schmerzlich erfahren musste.

@Junika2906: Vielen Dank, vergleiche mein Punkt 4! Aber: Sehr schwer in der Praxis umzusetzen.

@Ruhefan: Wow, vielen Dank für die krasse Geschichte, die ich wirklich OFT höre! Was für Ängste hast du?

@KimchiKati: Danke! Aber die Angst kanntest du auch? Wie hat sie sich geäußert?

@Meer001
Ich hatte schlussendlich Panikattacken, jeden Tag mehrere und dachte jedesmal nun ist es vorbei...das hat mich natürlich noch weiter in die Angst getrieben. Der Tod ist halt etwas ungewissen.
Achja, was ich auch noch schreiben wollte, ich lese sehr gerne philosophische Texte über den Tod, mir gefällt das irgendwie,
es fühlt sich an wie eine Entdeckungsreise

Total verständlich. Panikattacken habe ich, zum Glück, nicht. Zum Glück geht es dir wieder besser!

Mir scheint die Lösung zu sein, mich zu konfrontieren (gedanklich UND physisch), kognitiv umzustrukturieren und vor allem an Grundproblemen (siehe oben) zu arbeiten - also mich mal bewusst in Situationen zu bringen, in der ich zB Kontrolle abgebe. Was sagt ihr?

@Meer001

alle meine Ängste kann ich hier nicht auflisten, sonst sprenge ich deinen Thread

aber ein Bsp. : Flugangst
- daß ich nicht aus der Situation raus kann, ist dabei für mich schlimm. Auch Kontrollverlust scheint mir da eine Rolle zu spielen.
Allerdings fliege ich TROTZDEM kurze Strecken (max. 2Std), als Konfrontationstherapie.

Was mir gerade noch zu Todesangst einfällt:
die Theorie, daß Ängste auch vererbt werden können, wird ja immer mehr erforscht.
Hast Du dahingehend schon mal bei Dir geforscht, ob Du womöglich jemand in der Familie hast, der Dir das übertragen hat?
Es hört sich kurios an, aber da manche Ängste ja so wirklich total aus dem Nichts - also ohne ersichtlichen Grund entstehen, finde ich diese Erklärung durchaus plausibel.
Eine Traumatherapeutin (Pat Anthony heißt sie, meine ich), die auch Youtube Videos zu diesem Thema macht, erwähnt das immer wieder: generationsübergreifendes Trauma (o. so ähnlich)

@Ruhefan: Krass, Respekt, dass du trotzdem in ein Flugzeug steigst! Was wäre denn so schlimm daran, da nicht mehr heraus zu kommen? Was meinst du, was passiert, wenn du das mal richtig zu Ende denkst?

Du sprichst ja ein sehr wichtiges Thema an, zu dem auch die Uni, an der ich studiert habe, forscht. Man hat heraus gefunden, dass Nachfahren von Ausschwitz-Insassen das Stressgenmaterial ihrer Vorfahren haben, obwohl sie diese Situation nicht erlebt haben. Und ja, das Thema ist familiär stellenweise bekannt (und vielleicht auf mich als Kind auch übertragen worden, sodass ich entsprechende Lernerfahrungen machen musste).

Ich habe vor die Angst vor dem Tod zu besiegen indem ich versuche mein Leben lebenswert zu gestalten.

@Donnie_Darko: Nice - gepaart mit der Konzentration auf das Hin und Jetzt (also Achtsamkeit), oder? Das ist extrem wichtig, trotzdem muss ich die inneren Bilder, vor denen ich Angst habe, bearbeiten. Ich denke, dass der von dir beschriebene Faktor zusammen mit dem hier beschriebenen zu einem gutem Umgang führen. Danke euch allen!

Zitat von Meer001:
: Vielen Dank, vergleiche mein Punkt 4! Aber: Sehr schwer in der Praxis umzusetzen.

Ich glaub im Leben muss man viele Dinge akzeptieren lernen - ob sie einem gefallen oder nicht. Es gibt Dinge die du nicht ändern kannst so sehr du dich dagegen sträubst, das merke ich seit 3 Jahren in gewissen Dingen. Ich kann’s nicht ändern das unser Staat von Lappen regiert wird die uns kaputt machen… Ich kann’s nicht ändern das vieles nicht gerecht gehandhabt wird… ich kann’s nicht ändern das es Menschen gibt die sich sch. verhalten. Ich kann es annehmen und akzeptieren und mich damit nicht beschäftigen…

Mir hat ein bestimmtes Erlebnis weitgehend die Angst vor dem Tod genommen. Ich bin vor über 40 Jahren mal in Ohnmacht gefallen (vasovagale Synkope), als ich vom Tod meines Vaters erfuhr. Ich merkte, wie mir die Sinne schwanden, das nächste, was ich wahrnahm, war dass ich auf dem Küchenboden lag und meine Mutter mich schüttelte. Was dazwischen war, war ein absolutes Nichts, wie ein Zeitsprung. Und so stelle ich mir Totsein vor. Dass das Licht ausgeht und dann nichts mehr ist.

@Junika2906: Erinnert mich stark an ATC - sehr schwer, aber sollte eine Art Lebensaufgabe sein. Das ist auf jeden Fall der Weg, um vollständig frei zu werden.

@Schlaflose: Erstmal: Mega süße/r BKH auf dem Profilbild! Danke für das Teilen deiner Geschichte! Erinnert stark an die Geschichte von @Ruhefan und all die Erzählungen von Nahtoderlebnissen. Euch allen ist aber gleich, dass das Hirn noch arbeitete, was aber nach dem Tod ja nicht mehr so ist (keine Linien im EEG).

A


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Prof. Dr. Borwin Bandelow
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