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@User_0815_4711
Hi, ja da gibt es einiges, was momentan mehr auf meinen Schultern lastest, als auf denen von meinem Mann. Das hat allerdings den Hintergrund, dass er aktuell kurz vor seiner Abschlussprüfung steht (hat sich beruflich nochmal komplett neu aufgestellt vor drei Jahren). Wir wussten, dass es nicht einfach wird finanziell und mit Kind, aber haben den Schritt dennoch unterschätzt. Das leidige Thema mit den Finanzen ist auch der Grund, warum ich nur ungern meine Arbeitszeit von aktuell 24 Stunden noch weiter reduzieren möchte - aber wie hier schon viele geschrieben haben, ist es dringend Zeit für Veränderung/Tapetenwechsel/Entlastung - wie auch immer.
Ich gehe für mich Optionen wie Reha, Kur, Tagesklinik durch. Die aktuelle 6 wöchige Krankschreibung hat nur bedingt zu Ruhe geführt.

@Hotin
Du hast Recht mit dem, was du schreibst. Es tut mir selbst nicht gut und der Preis für die Harmonie und die Zufriedenheit anderer ist hoch.
Warum ich mich trotzdem so verhalte?
Tja das liegt in meiner Kindheit. Ist man unkompliziert und lieb, dann sind einem die anderen auch zugewandt, sobald man aber unangenehm und schwierig wird, wird man mit Ignoranz abgestraft. Einfach klassische Dinge a la komm wieder, wenn du dich beruhigt hast. Ich hatte nie das Gefühl, dass meine Meinung interessiert oder relevant ist.
Ich hab also das Gefühl von vorneherein nicht gewinnen zu können und dann lass ich den Aufwand lieber gleich sein.
Dass das heute als Erwachsener so nicht stimmen muss, habe ich zwar irgendwo erkannt, aber nicht richtig verstanden. Ein bisschen wie bei einer Matheaufgabe: Ist eine Formel vorgegeben, kann man sie zwar vielleicht lösen, aber ohne die Formel oder mit einer kleinen Änderung ist man auf geschmissen.
Meinem Kind gegenüber stehe ich damit auch mir selbst im Weg, denn Regeln und Konsequenzen müssen sein fürs Zusammen leben, gleichzeitig will ich aber nicht seinen Willen brechen und ihm schon gar nicht androhen, dass ich ihn alleine lasse, wenn er nicht macht, was ich will.
Ihm dafür immer nachzugeben, ist aber auch der falsche Weg.
Zumal zwischen der Erwachsene bestimmt grundsätzlich und schreibt dem Kind alles vor und der Erwachsene lässt das Kind ohne Rücksicht auf Verluste selbst entscheiden, um es nicht einzuschränken viele Ebenen und ein Mittelweg liegen.
Manche Dinge können Kids ganz easy mitbestimmen, bspw. welcher Pullover oder welche Jacke angezogen wird, aber dass Pullover/Jacke angezogen werden müssen, weil es draußen kalt ist, können Erwachsene durchaus besser einschätzen und als Vorschrift geben...

A


Braucht es einen Sinn um glücklich zu sein?

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@sandracookie

Ich würde es in deinem Fall vielleicht nicht Sinn, sondern Motivation nennen, denn wie es aussieht, kennst du deinen Sinn bereits - zumindest bin ich der Meinung ihn zu lesen - aber du kannst dich nicht mehr dafür motivieren.

Der Sinn steckt hinter einer gedanklichen Ziellinie. Es zieht den Menschen in eine bestimmte Richtung.

Die Motivation steckt hinter einer gedanklichen Startlinie. Es schiebt den Menschen in eine bestimmte Richtung.

Motivation bringt dich in Bewegung. Sinn hält dich auf Kurs. Deinen Kurs kennst du scheinbar. Die Motivation aber ist weg. Von daher würde ich vielleicht dort anfangen.

Was hat dich einst motiviert, diesen Weg mal zu gehen und warum ist es jetzt nicht mehr so? Was hat sich geändert? In dir, in deiner Bewertung, warum du diesen Weg angefangen hast? Ist der Weg noch richtig?

Hallo Sandra,

mit Deiner Antwort beeindruckst Du mich.

Zitat von sandracookie:
Tja das liegt in meiner Kindheit. Ist man unkompliziert und lieb, dann sind einem die anderen auch zugewandt, sobald man aber unangenehm und schwierig wird, wird man mit Ignoranz abgestraft.


So hast Du es selbst in Dein Buch des Lebens (in Dein Unterbewusstsein) hineingeschrieben.
Findest Du, dass Du es mit Deinem heutigen Wissen noch einmal genauso dort reinschreiben würdest?


Zitat von sandracookie:
Ich hatte nie das Gefühl, dass meine Meinung interessiert oder relevant ist.

Hier sprichst Du von einem Gefühl. Hast Du das auch schon mehrmals in echt geprüft, ob
Deine Meinung wirklich zählt? Ohne Dein Gefühl zu fragen.

Zitat von sandracookie:
Ich hab also das Gefühl von vorneherein nicht gewinnen zu können und dann lass ich den Aufwand lieber gleich sein.


Wunderbar. Bedeutet das nicht, wegen eines oder mehrerer Gefühle hast Du darauf verzichtet,
Dir ein Grundvertrauen selbst zuzulegen.

Zitat von sandracookie:
gleichzeitig will ich aber nicht seinen Willen brechen und ihm schon gar nicht androhen, dass ich ihn alleine lasse, wenn er nicht macht, was ich will.

Wer denkt denn, dass Du seinen Willen brechen sollst. Das hört sich heftig an.
Und warum soll er befürchten, dass Du ihn alleine läßt, wenn er nicht auf Dich hört?

Da gibt es doch wesentlich elegantere Methoden Kinder durch erziehen zu lenken.

Zitat von sandracookie:
Ihm dafür immer nachzugeben, ist aber auch der falsche Weg.

Dann mache es zukünftig besser. Dabei wirst Du Dich bestimmt auch deutlich lockerer und
entspannter fühlen.

@Hotin
So in der Art selbst schreiben, möchte ich das natürlich ungern, weil es ein sehr negativer Glaubenssatz ist, der mich immer wieder behindert.
Er beruht allerdings auf entsprechenden Erfahrungen und Empfindungen. Kann sein, dass sich das verstärkt, wenn sich dieses Muster in den Alltagssituationen oft bestätigt fühlt.

Da ist es dann die Kunst, sich diesen eigenen Gefühlen/Wahrnehmungen bewusst zu werden und sie im nächsten Schritt zu hinterfragen - Ist das wirklich so? Zählt meine Meinung zB nichts?

Es gibt Menschen, die reagieren direkt beleidigend oder mit Drohungen, wenn sie kritisiert werden, auch wenn das Gegenüber es vielleicht gar nicht so negativ meinte.
Bei solchen Menschen fällt es mir extrem schwer ihr Verhalten nicht auf mich persönlich zu beziehen.
Im Grunde spricht es ja eher für ihre eigenen Probleme und Ängste abgelehnt und in Frage gestellt zu werden.
Dennoch empfinde ich es als Ablehnung meiner Person.

Dieses eigene hinterfragen und umprogrammieren, in dem man fest stellt, man kann es auch anders sehen, ist ein langwieriger Prozess, wo ich teilweise die letzten Jahre dank Therapie Fortschritte gemacht habe, aber teilweise auch wieder in Phasen wie jetzt Rückschritte mache.

In Bezug auf das Kindererziehungsthema:
Das mit dem Willen brechen wäre auch das extrem Beispiel und für mich in Bezug mit einer autoritären Erziehung, wo man nicht als eigene individuelle Persönlichkeit angesehen wird und nichts wert ist, wenn man nicht funktioniert.
Auch wenn ich nicht so bin, hab ich Angst, dass Handlungen/Entscheidungen, die ich für mein Kind treffen muss, auch wenn es was anderes möchte so rüber kommen.
Mit dem Alleinlassen bezieht sich das auf Situationen, wo Erwachsene das den Kids androhen, damit sie machen was sie wollen.
Insgesamt muss ich leider sagen, gab es viele Freunde und Familienmitglieder, die meine Schwangerschaft und in meiner frühen Elternschaft nur kritisiert haben und Kommentare wie lass ihn doch schreien/meckern oder er wird verwöhnt, wenn du immer sofort auf ihn reagierst abgelassen haben, die so gar nicht meinen Instinkten und Vorstellungen entsprochen haben. Aber auch da war es schwer für mich, mich abzugrenzen und denen zu sagen, dass das so nicht geht.

Zitat von sandracookie:
So in der Art selbst schreiben, möchte ich das natürlich ungern, weil es ein sehr negativer Glaubenssatz ist, der mich immer wieder behindert.

Hier verstehe ich nicht, was Du damit meinst.

Zitat von sandracookie:
Da ist es dann die Kunst, sich diesen eigenen Gefühlen/Wahrnehmungen bewusst zu werden und sie im nächsten Schritt zu hinterfragen - Ist das wirklich so? Zählt meine Meinung zB nichts?

Ja genau. Das ist ein möglicher Schlüssel zur inneren Ruhe. Immer in Gedanken erst einmal
hinterfragen. Beurteile ich es gerade richtig?

Zitat von sandracookie:
Bei solchen Menschen fällt es mir extrem schwer ihr Verhalten nicht auf mich persönlich zu beziehen.

Manchmal fällt uns das schon schwer. Menschen sagen oft Dinge ohne vorher darüber
nachgedacht zu haben. Auch hier wieder das Gleiche.
Man nennt das unterbewusst denken und sprechen. Das geht schon häufiger mal ganz schön
daneben, wie?
Was kommt bei Sandra an, wenn ich mich so verhalte.

Zitat von sandracookie:
Dieses eigene hinterfragen und umprogrammieren, in dem man fest stellt, man kann es auch anders sehen, ist ein langwieriger Prozess, wo ich teilweise die letzten Jahre dank Therapie Fortschritte gemacht habe

Würden wir hier darüber schreiben, wenn das einfach wäre?

Zitat von sandracookie:
Das mit dem Willen brechen wäre auch das extrem Beispiel und für mich in Bezug mit einer autoritären Erziehung, wo man nicht als eigene individuelle Persönlichkeit angesehen wird und nichts wert ist, wenn man nicht funktioniert.

So etwas könntest Du doch sowieso nie tun. Warum denkst Du dann überhaupt darüber nach?

Zitat von sandracookie:
Auch wenn ich nicht so bin, hab ich Angst, dass Handlungen/Entscheidungen, die ich für mein Kind treffen muss, auch wenn es was anderes möchte so rüber kommen.


Ich vermute, dann machst Du da etwas falsch. Kinder testen ständig Grenzen aus. Sie denken
noch viel weniger bewusst als erwachsene Menschen.
Frage Dich aber einmal. Was sollte passieren, damit Dein Sohn irgendwann mal freiwillig
trainiert, bewusst zu seinem Vorteil, zu denken?

Zitat von sandracookie:
Mit dem Alleinlassen bezieht sich das auf Situationen, wo Erwachsene das den Kids androhen, damit sie machen was sie wollen.

Das sehe ich ja auch ein bisschen als bekloppt an.

Zitat von sandracookie:
Insgesamt muss ich leider sagen, gab es viele Freunde und Familienmitglieder, die meine Schwangerschaft und in meiner frühen Elternschaft nur kritisiert haben und Kommentare wie lass ihn doch schreien/meckern oder er wird verwöhnt, wenn du immer sofort auf ihn reagierst abgelassen haben, die so gar nicht meinen Instinkten und Vorstellungen entsprochen haben.

Ja da sagst Du mir aber etwas völlig Neues.
Frage immer andere. Andere hauen Dir immer ihre angeblichen Weisheiten um die Ohren.
Entweder Du stellst dabei Deine Ohren auf Durchzug.
Oder Du versuchst denen zu sagen.
Ich höre ja, was ihr sagt. Bitte lasst mich es aber selbst entscheiden, wie ich mit meinem
Sohn umgehe.
Wer das nicht vertragen kann, der soll ruhig nach Hause gehen.

@sandracookie

Also ich verstehe dich bezüglich der Erziehung sehr gut. Man hat einfach Angst Fehler zu machen, die den Kindern schaden. Und mir würde niemand zutrauen, dass ich mal laut werde oder schreie oder so, aber passiert mir bei meinen Kindern auch mal, wenn sie mich so gar nicht ernst nehmen. Deswegen ist es gar nicht so einfach.




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