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Hallo an euch alle. Ich hatte hier vor ein paar Wochen einen Beitrag gepostet, in dem es um meine Verlustangst ging. Nun ist das passiert, vor dem ich solche Angst hatte. Mein Freund hat sich zum zweiten Mal von mir getrennt. Ich kann das noch gar nicht richtig glauben und es geht mir sehr schlimm damit. Er hatte am Samstag Geburtstag und am Freitag bin ich schon zu ihm gefahren. Da habe ich bereits zu merken gemeint, dass er anders war - einfach ein wenig distanzierter. Gesagt habe ich allerdings nichts. Am Samstag dann haben wir uns eigentlich gut verstanden. Es gab einen kleinen Konflikt, aber da ging es bloß um Nichtigkeiten. Wir wären dann mit seiner Familie essen, auch da war alles in Ordnung. Auf dem Weg nach Hause kam es wieder zu einem Konflikt, weil ich nicht in seine Wohnung ziehen will. Wir wollten kommendes Jahr zusammenziehen und uns eine neue Wohnung suchen (weil ich seine Wohnung nicht so sehr mag und den Stadtteil erst Recht nicht, da er nicht besonders sicher ist). Eigentlich dachte ich, dass er damit fein ist, aber am Samstag hieß es dann doch, dass er nicht umziehen will und ihm das mehr Arbeit macht und wieso ich nicht einfach zu ihm ziehen will. Fand das nicht so fair, weil ich eben finde, dass man einen Kompromiss finden muss - und der war, dass wir erst kommendes Jahr zusammenziehen und nicht dieses, weil ich eben nicht in seine Wohnung ziehen will und er noch nicht wieder dort ausziehen will (ist Ende des Jahres erst eingezogen). Samstag Nacht allerdings wurde eine kleine Sache (ich habe ihn wach gemacht, weil ich ihn nachts im Bett angesprochen hatte) zu einem riesen Streit. Er ist wutentbrannt aufgesprungen und ins Wohnzimmer gerannt. Ich bin ihm hinterher und habe gar nicht verstanden, was ich getan habe. Er meinte dann, dass es immer nur um mich ginge und ich egoistisch sei. Dann hat er mich auf den Boden geschubst, weil ich ihm zu nah gekommen sei und ihn in Ruhe lassen solle. Dasselbe hat er nochmal gemacht, diesmal hat er mich dann aufs Sofa geschubst und mich festgehalten. Er hat dann angefangen, mir die schlimmsten Dinge zu sagen. Dass er mich nicht will, weil ihm meine Arbeit nicht passt, weil ich kein Auto fahre, weil ich finanziell nicht gut dastehe. Er wolle eine Freundin haben, die fest im Leben steht und ich sei zu alt, um so wenig erreicht zu haben. Was mich daran so verletzt, ist die Tatsache, dass ich bereits total hart an mir gearbeitet habe, um mich zu bessern. Er hat seine Arbeit Anfang des Jahres verloren (ich habe ihn nie deshalb beleidigt). Habe ihm dann entgegnet, dass er gerade gar keine Arbeit hat und wieso er es bei mir so kritisieren muss - da meinte er, er stehe finanziell dennoch besser da, als ich. Er meinte dann, dass ich kaum Freunde hätte und das seltsam sei und ihm zeigen würde, was für ein Mensch ich wäre (ich habe Freunde, auch wenn es nicht unglaublich viele sind). Er meinte auch, dass ich immer wieder Freundschaften beenden würde (das ist schon passiert, da hat er Recht. Aber ich kicke Menschen niemals einfach so aus meinem Leben). Er meinte außerdem zu mir, dass er nicht glaube ich werde mal eine gute Mutter und dass er glaubt er könne mich nie lieben. All das hat mich innerlich komplett zerbrochen. Ich kann den Schmerz kaum aushalten. Morgens hieß es noch, ich solle zu ihm ziehen. Vor ein paar Tagen hieß es noch, dass ich ihm fehle und er sich freut, mich zu sehen. Ich verstehe die Welt nicht mehr. Ich probiere die ganze Zeit zu verstehen, was passiert ist, dass er so mit mir umgeht. Ich suche die Schuld im allgemeinen aber schnell bei mir und das tut nur noch mehr weh. Ich bin gestern morgen abgeholt worden und habe ihn gefragt, ob er mir noch was zu sagen hat. Da meinte er auch bloß ich solle ihn in Ruhe lassen. Es bricht mir mein Herz, weil er mir so unglaublich viel bedeutet. Er hat sich weder entschuldigt, noch bei mir gemeldet. Seitdem haben wir keinen Kontakt mehr und ich kann einfach in meinem Kopf nicht klar kriegen, wie es so weit kommen konnte. Ich weiß auch gar nicht mehr, was ich glauben soll. All die Beleidigungen, ob er es alles so meinte. Ob er es so meinte, wenn er mir gesagt hat, dass ich ihm viel bedeute, dass ich ihm fehle. Ich weiß wirklich nicht mehr, welcher seiner Worte ich glauben kann.

17.03.2025 09:04 • 19.03.2025 x 2 #1


21 Antworten ↓


Hallo Valeria... das Problem kann ich gut nachvollziehen... Die Fragezeichen werden wahrscheinlich länger bleiben und auch nie wirklich aufgelöst werden. Du kannst auch viel darüber nachdenken, wirst es auch. Aber im Grunde geht es jetzt nur um eine frage...

Du hast Ihn da anscheinend ziemlich in die Enge gedrängt, und auch davor verletzt, weil du nicht getan hast, was ihm wichtig war. Menschen tun und sagen im Affekt vieles, ob das nun 100% dessen entspricht wie er immer denkt wird man nie Erfahren. So hast du jetzt aber ein paar Gedanken von dem gehört, welche in ihm zumindest irgendwie vorhanden sind. Möchtest du wirklich mit einem Menschen zusammen sein, der solche Gedanken über dich hat, und dir aber nur im Affekt sagt?

Warum bedeutet er dir so viel, was sind die guten Seiten?

A


Beleidigungen und Handgreiflichkeiten durch den Partner

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Ich kann nicht viel dazu sagen aber mit so einem Partner möchte ich nie im Leben zusammen leben, geht gar nicht.
So etwas hast du nicht nötig dir anzu tun

Liebe Valeria7071,
solch eine Trennung ist schlimm, da musst du jetzt durch. Du solltest dir therapeutische Hilfe dazu holen, denn diese Trennung scheint mit einer extremen Verlustangst und daraus folgendem engem Klammern zu bestehen. Ihr habt beide euer bestes gegeben, um glücklich miteinander zu sein. Doch leider hat es nicht funktioniert, zu starke Gefühls- und Verhaltensmuster, nicht nur deine, standen dem im Weg. Eine Beziehung kann nur aus Freiheit heraus gelingen, nicht aus Abhängigkeiten. Sie führen immer in Schieflagen, kosten sehr viel Kraft und erzeugen Unglück. Ihr habt euch wahrscheinlich schon über längere Zeit bemüht, wart jedoch nicht in der Lage, die jeweils eigenen Prinzipien loszulassen und gemeinsam echtes Neuland zu betreten. Daher die Vorwürfe. In der Enge entsteht Stress, unweigerlich. Ein Gedanke zu deinem Titel für diesen Thread „Beleidigungen und Handgreiflichkeiten durch den Partner.“ Du versuchst, die Schuld für das Zerwürfnis ihm allein geben zu wollen. Würde er dich nicht so verurteilen und zurückschubsen, wäre alles gut . . . Nein, das wäre es nicht. Ihr habt verschiedene Wahrnehmungen, die nicht mehr zueinander passen. Ein Beispiel:
Zitat von Valeria7071:
Samstag Nacht allerdings wurde eine kleine Sache (ich habe ihn wach gemacht, weil ich ihn nachts im Bett angesprochen hatte) zu einem riesen Streit. Er ist wutentbrannt aufgesprungen und ins Wohnzimmer gerannt. Ich bin ihm hinterher und habe gar nicht verstanden, was ich getan habe. Er meinte dann, dass es immer nur um mich ginge und ich egoistisch sei.


Du hältst es für „eine kleine Sache“, seinen Schlaf unterbrochen zu haben. Es ist keine kleine Sache sondern eine große Sache und er hat darauf normal mit Wut reagiert. Solche Beispiele kannst du in einer Therapie beleuchten.

LG

Stell dir mal vor, was passieren könnte, wenn ihr zusammen gezogen wärt. Wenn er sich jetzt schon so wenig unter Kontrolle hat, wäre das sicher nicht besser geworden, wenn du mit ihm zusammen gewohnt hättest. Die Sachen, die er dir da an den Kopf geworfen hat, hätten mich an deiner Stelle auch getroffen. Ich hab mit Beziehungen keine Erfahrung, deswegen kann ich dazu nichts sagen, aber: Vielleicht kannst du es irgendwann so sehen, dass du froh sein kannst, dass er alles beendet hat. Klingt nämlich nicht danach, als hätte er dich je geschätzt. Klar kann es sein, dass er das alles nur aus Wut gesagt und nicht so gemeint hat, aber die Handgreiflichkeiten sind das, was man nicht schön reden kann. Noch war es nur schubsen und festhalten. Dabei wäre es aber vielleicht im Laufe der Zeit nicht geblieben.

Um die Handgreiflichkeiten einzuordnen, fehlen uns viele Infos. Wenn jetzt da z.b. von einer Frau stehen würde Mein Mann hat mich nachts aufgeweckt, und ich sagte ihm ich will schlafen, das ist echt egoistisch von ihm, aber er hat mich weiter bedrängt, bis ich davongelaufen, geflüchtet bin, dann ist er mir nachgelaufen und mir weiter auf die pelle gerückt und hat nicht von mir abgelassen bis ich ihn weggeschubbst habe, und dann ist er mir wieder aufdringlich geworden, bis ich ihn auf die Couch geschubst und dort festgehalten hab könnte das die gleiche Geschichte sein, und du würdest dem Mann wahrscheinlich auch nicht sagen, sei froh, das du diese Furie los bist, die hätte sich sonst bestimmt zu ner Schlägerin entwickelt.

Da ich in einem Haushalt aufgewachsen bin, wo es zu Handgreiflichkeiten kam, ist es mir persönlich der Kontext egal. Wenn es soweit kommt, dass man seinen Partner anpackt, dann stimmt etwas nicht. Wenn du das anders siehst @Winterfell ist das dein gutes Recht.

Natürlich stimmt ganz offensichtlich etwas nicht. Ein in die Ecke getriebenes Tier wehrt sich, zur Not mit Händen und Füßen.

Mentale Übergriffe sind halt auch nicht besser als Physische, und hinterlassen oft sogar tiefgehendere und bedeutend schwieriger zu heilende Wunden.

Wer von den beiden da Übergriffiger als der andere war, können wir nicht beurteilen, wir haben nur einen Teil der Geschichte. Von dem was wir Wissen halte ich es nicht für gut, die Schuld alleine auf Ihrem Freund zu schieben, das würde ihr zwar kurzfristig bei der Trennung helfen, langfristig Ihr Leben aber nicht einfacher machen.

Zitat:
Um die Handgreiflichkeiten einzuordnen, fehlen uns viele Infos.


Welche Infos fehlen dir denn, um es einordnen zu können, wenn ein Mann eine Frau zu Boden stößt?

Sie sollte froh sein, dass er sein wahres Gesicht jetzt und nicht erst nach dem Zusammenziehen gezeigt hat.

Die Verlustangst wird sie therapeutisch angehen müssen. Oft ist es aber auch so, dass die weggeht, wenn ein wirklich liebevoller Partner da ist. Dieser hier wird vermutlich die Verlustangst manipulativ ausgenutzt haben.

Zitat von Tacitussi:

Welche Infos fehlen dir denn, um es einordnen zu können, wenn ein Mann eine Frau zu Boden stößt?

Es macht für mich keinen Unterschied, ob ein Mann oder eine Frau den anderen zu Boden schubst.

Wir wissen nicht, wie Sie sich davor verhalten hat. Wie es gelaufen sein könnte hab ich oben schon geschrieben. Vlt. wurde Sie selbst zuvor auch physisch handgreiflich, was da gelaufen ist wissen nur die Beide, da die Geschichte so klingt als hätten beide im Affekt gehandelt, ist selbst das fraglich ob sie selbst alles im Kopf haben.

Oh, die alte Geschichte von der Frau, die den armen Mann so lange provoziert, dass er sie quasi zu Boden stoßen/schlagen/umbringen muss?

Lass gut sein.

Zitat von Valeria7071:
Dass er mich nicht will,

Dann glaub ihm das.

Davon abgesehen, nach diesem Vorfall solltest Du Dich von ihm trennen.

Zitat von Valeria7071:
Da meinte er auch bloß ich solle ihn in Ruhe lassen. Es bricht mir mein Herz, weil er mir so unglaublich viel bedeutet.


Ich glaube Dir, das es Dein Herz bricht aber er will nicht mehr.

Mach Dir immer wieder bewusst, warum ihr getrennt seit. Das hat ja einen Grund.

@Tacitussi
Ich hab dazu bedeutend mehr geschrieben, aber wenn du eh keine andere Meinung akzeptierst als die eigene, dann mach doch auch nicht extra nen neuen Account um so zu tun als wärst du offen für eine andere Ansicht. Ich finde es schade, dass dich das Thema so triggert.

Nach so einem Vorfall solltest du dich sowieso trennen

Nichts entschuldigt Gewalt in keiner Form

Du bist viel mehr wert als das

@Valeria7071 Diese Beziehung würde ich schnellstmöglich beenden.
Gewalt geht gar nicht und er wird es wieder tun.

Gewalt sollte niemals toleriert und akzeptiert werden

Wer die Grenze einmal überschritten hat der kann es immer wieder tun

Bitte tu dir das nicht an
Das hast du nicht verdient

Und ich weis wovon ich spreche
Ich hab selber eine extrem gewaltsame Beziehung hinter mir
Sponsor-Mitgliedschaft

@Quitzil ja und das Vertrauen ist ja auch weg; Vertrauen ist das A O

Zitat von Valeria7071:
All die Beleidigungen, ob er es alles so meinte.
Wenn er es nicht so gemeint hätte, dann hätte er es so nicht sagen dürfen.
Aber gesagt ist gesagt, und jetzt bist du weg.
Fertig.
Soll er sehen, wie er damit klarkommt. Das ist nicht mehr dein Problem.

Ich gebe zu, dass ich ihn sicher auch eingeengt habe in dem Moment. Ich war so traurig, weil ich von ihm nicht die Geborgenheit bekommen habe, die ich brauche. Der Abend war so oder so schon schwierig und er war sehr auf Distanz. Meine Angstproblematik ist nichts Neues, dennoch kenne ich das so krass auch bisher noch nicht von mir. Er ist halt direkt so krass an die Decke gegangen. Und dass er direkt nach oben gerannt ist, hat mich so traurig gemacht. Bin dann eben hinterher, weil ich es nicht ertragen konnte, dass er direkt immer auf Abstand geht, als die Dinge mit mir besprechen zu wollen. Klar stimmt das, dass ich da wahrscheinlich wenig auf seine Grenzen geachtet habe in dem Moment. Aber er achtet ja auch nie auf meine. Dass ich so nicht immer von ihm stehen gelassen werden will. Bei fast allen Konflikten geht er, oder schickt mich weg. Wenn ich vor ihm stehe und ihn bloß darum bitte, doch in Ruhe mit mir zu reden, schickt er mich wie ein unartiges Kind aus dem Raum: 'Geh mir aus den Augen'. Ich bin mehr als bereit, Kompromisse zu finden, die es uns erlauben, auf die Grenzen des jeweils anderen zu achten. Ich habe ihm mehrmals gesagt, dass es OK ist, wenn er gerade einen Moment braucht. Aber dass er es dann eben auch so formulieren soll. 'Ich brauche mal einen Moment, bitte lass mich mich beruhigen. Wir reden gleich, wenn ich nicht mehr so sauer bin. Ich komme dann auf dich zu.' Aber das hat er nie getan. Er wird sauer und ist nicht dazu bereit, mir die Sicherheit zu geben, die ich brauche. Mir geht's gar nicht darum, dass es nur nach mir gehen muss oder soll. Er braucht Freiraum, ich Geborgenheit. Das ist erstmal genau entgegengesetzt. Ich bin aber wirklich fein damit, wenn er seinen Freiraum in Anspruch nimmt, gleichzeitig aber auch anerkannt wird, was ich brauche. Dann kann ich mich auch sehr gut hinten anstellen. Ich will nur wissen, dass auch auf mich geachtet wird.

A


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