Zitat von Ausländer: Unter anderem interessiert mich die Frage – Kann Bewegen gegen die Angst wirklich helfen
Ich denken schon, dass Bewegung (und alles was damit zu tun hat) durchaus helfen kann, weil es oftmals hilft wieder zu einem gesunden Körpergefühl zu kommen. Grade auch die damit einhergehenden Schmerzen wie Muskelkater und wunde Füße, Erschöpfung usw. lassen die normalen Empfindungen auch wieder normal erscheinen und die ach so bedrohlichen Zipperlein aus denen in Gedanken Krebs und wer weiss was noch wird, wieder in der richtigen Relation erscheinen.
Bei Hypochondirie kann dadurch denke ich schon sehr gut unterstützen und helfen.
Wenn aber weitergehende, tiefe und zum Teil unbekannte Ängste dahinter stecken, dann reicht das mMn nicht.
Ebenso wenig wie Yoga, autogenes Training, Meditation, Atemübungen, Muskelentspannung, Ernährungsumstellung, Antidepressiva oder Angstlöser, Naturheilmittel und was es sonst noch so gibt.
Das kann alles unterstützen und kann einen auch eine Zeit lang (manchmal über Jahre) die Ängste ertragen oder besser aushalten lassen. Wirklich was verändern kann mMn aber nur die ehrliche und intensive Beschäftigung mit den Ängsten selbst.
Meist geschieht das ja in Form einer Therapie (die aber auch zu einem selbst und den Ängsten passen muss), aber man kann und muss eben auch selbst etwas tun.
Ohne Mithilfe, Ehrlichkeit und Vertrauen wird ein Therapeut die Fragen und Antworten die tief in jedem jedem selbst verborgen sind nicht finden. Und diese auszugraben und zu verarbeiten ist anstrengend, schmerzhaft und macht mitunter noch mehr Angst.
Ich bin daher auch der Meinung, dass wenn die Therapie anfängt weh zu tun, man auf der richtigen Spur ist. Immer dann, wenn die Fragen die einem gestellt werden unangenehm werden, wenn es nervt, weh tut oder man sich mit Händen und Füßen gegen das was da vermutet wird wehrt, macht es Sinn genauer hinzusehen. Mag sein, dass der Therapeut auf dem Holzweg ist. Vielleicht hat er aber auch grade den wunden Punkt gefunden, gegen den man sich unbewusst so sehr sperrt und sträubt.
Das alles ist unglaublich anstrengend. Zeitweise anstrengender, als die Angst einfach auszuhalten und lässt sich nur mit Unterstützung durch eben Meditation, Yoga, Bewegung usw. aushalten – aber eben nur unterstützend.