Inwiefern brauchst du denn tagsüber Anlaufstellen? Weil du nicht allein sein kannst und immer jemand um dich rum sein muss (also ich rate jetzt mal einfach, das kam mir nur als erstes in den Sinn ).
Das ist natürlich schon ein Teufelskreis irgendwie.....ich hatte das Problem noch nie, dass einer meiner Freunde zu sehr geklammert hat, aber so aus meiner Perspektive kann ich mir schon vorstellen, dass es bei allem Verständnis irgendwann doch nervig werden kann. Das ist halt das Problem, wenn du wirklich so direkt bist und den Leuten sagst, dass du Angst hast, sie verlassen dich irgendwann....dann kommt das natürlich auch absolut so rüber, dass dir egal ist, wie oft sie beteuern, dass sie dich mögen, und wie lange sie wirklich auch bei dir bleiben, weil im Endeffekt können sie dir das sowieso nicht beweisen. Du wirst nie Vertrauen in sie aufbauen. Also so kommt es halt rüber, auch wenn du das in dem Moment gar nicht so meinst (bzw dir das nicht so bewusst ist?). Ich hatte mal ne Freundin, die hat mich auch dauernd gefragt, ob ich, wenn ich ihr mal nen Gefallen getan hab, ihre Sachen auch erledigt hab. Warst du heute bei der Post? Hast du den Brief auch ganz sicher eingeworfen? Noch rechtzeitig vor der Leerung?, Bringst du heut Abend Salat mit? Aber da dürfen keine Tomaten drin sein. Hast du auch ganz sicher keine Tomaten rein gemacht? Bestimmt nicht? ... solche Sachen halt. Und da kann man noch so gut befreundet sein, irgendwann denkt man sich dann auch, ok, ich mach immer alles, was sie sagt, ich führe immer alles so aus, wie sie das will, und sie fragt trotzdem jedes Mal....das nervt und je nachdem, wie empfindlich man ist, tut es halt auch weh. Und ich kann mir vorstellen, dass bei deinem Freund irgendwann vielleicht auch mal das Gefühl aufkommt, ok, sie ist ja jetzt schon schwierig (sorry, für die Formulierung, aber du empfindest das mit dem Klammern ja auch selbst als anstrengend, so von deinen Beschreibungen her )
Die Sache ist die: Ich bin auch keine Therapeutin. Ich würde dir halt raten, es zumindest ihm gegenüber nicht immer gleich zu erwähnen, wenn du misstrauisch wirst (du hast diese Ängste ja sowieso, und das weiß er ja wahrscheinlich auch, aber du musst sie ja nicht jedes Mal mitteilen), einfach damit er auch ein bisschen Ruhe hat und nicht das Gefühl bekommt, er müsste sich immer wieder neu beweisen und rechtfertigen.
Allerdings weiß ich auch nicht, wie gut/schlecht es wäre, wenn du es nicht immer sagst....man kann Sachen ja auch in sich rein fressen, und vielleicht hilft es dir ja bei der Verarbeitung, wenn du ihm immer gleich sagst, was du so für Ängste hast (keine Ahnung, aber könnte ja sein ). Und es sollte ja eigentlich auch so sein, dass man als Freund so was dann nicht unbedingt übel nimmt, und du willst ja bestimmt auch einen Freund, mit dem du über solche Sachen reden kannst. Aber wie gesagt, in der Realität können grade solche Sachen schon sehr verletzend wirken und einen dann langsam zermürben, egal wie viel Verständnis man hat.
12.04.2011 00:32 •
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