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Hallo zusammen,

ich bin regelrecht verzweifelt und wollte um Rat fragen, ob es euch ähnlich geht.
Ich bin 31 Jahre alt und leide nun mehr seit zwei Jahren an einer diagnostizierten Krankheitsangst.

Angefangen hat es alles mit der Angst vor einem Hirntumor und ALS, die mich fast bis in den Wahnsinn getrieben haben. Im Anschluss begann das Symptomkreisel. Erst waren es jegliche neurologischen Krankheiten, danach der Magen (Magenspiegelung ergab nur Refluxsymptome und leichte Reizung der Speiseröhre).

Aktuell plagen mich die Gesundheitsängste Rund um Speiseröhre und Darm.
Ich hatte in den letzten Wochen das Gefühl, nicht schlucken zu können, es war wie ein Fremdkörper im Hals, der das Schlucken behinderte. Den typischen Kloß im Hals hatte ich auch. Dazu kommen bei mir mittelstarke beidseitige Rippenschmerzen, die ich aber schon des öfteren hatte. Nur ist die Intensität dieses Mal schlimmer.

Nun habe ich seit Freitag beidseitige Unterbauchschmerzen im Darmbereich. Natürlich kommen da direkt die schlimmsten Gedanken auf: Darmkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Magenkrebs. Die Schmerzen sind dumpf drückend im Unterbauch, manchmal auch oben unter den Rippen.Dazu Blähungen, die ich aber vorher auch schon hatte. Druckempfindlich ist nichts.

Ich frage mich nur, ob jemand ähnliche Beschwerden hatte. Bei einer Darmspiegelung vor fünf Jahren war noch alles gut.

Danke für eure Hilfe!

25.03.2025 21:18 • 27.03.2025 x 1 #1


14 Antworten ↓


@NeuhierD

Du bist nicht allein mit dieser Art von Krankheitsangst. Und genau deshalb braucht’s irgendwann diesen einen Moment der Klarheit, in dem man aufhört, den Symptomen hinterherzurennen – und anfängt, das eigentliche Problem anzugehen: die Angst.


Du beschreibst sehr eindrücklich, wie sich dein Fokus über die Jahre verschoben hat – von ALS, Hirntumor, über den Magen, jetzt zur Speiseröhre und dem Darm. Das ist kein Zufall. Das ist ein klassischer Verlauf bei Krankheitsangst. Das Muster dahinter bleibt gleich – nur die Krankheit, die man gerade „hat“, wechselt. Was bleibt, ist das ständige Abtasten, Googeln, Kontrollieren, Interpretieren, Sorgen.

Und ja – Symptome sind real. Die Schmerzen im Bauch, der Kloß im Hals, die Rippenschmerzen. Die bildest du dir nicht ein. Aber: Sie entstehen nicht da, wo du sie vermutest. Sondern sie kommen oft durch:
• Daueranspannung,
• veränderte Körperwahrnehmung,
• verstärkte Selbstbeobachtung,
• psychosomatische Reaktionen auf innere Konflikte oder Stress.

Und dann sitzt du in der Falle: Du spürst ein echtes Symptom – dein Kopf springt sofort in den Katastrophenmodus – du bekommst Angst – dein Körper reagiert mit noch mehr Anspannung – die Symptome werden stärker. Teufelskreis komplett.



Was du beschreibst, kennen viele hier. Kloß im Hals? Klassiker bei innerer Anspannung. Unterbauchdruck, Blähungen, wechselnde Schmerzen? Häufige Reaktion bei Reizdarm und Stress.

Dass bei dir vor fünf Jahren bei der Darmspiegelung alles gut war, ist ein wertvoller Hinweis – nicht nur medizinisch, sondern auch psychologisch: Es zeigt, dass du damals schon Symptome hattest, die keine organische Ursache hatten. Und trotzdem da waren.



Also, was jetzt?
1. Lass deine Symptome – so wie du’s auch jetzt gemacht hast – einmal gründlich ärztlich abklären. Nicht ständig, nicht bei jedem Pieksen. Sondern einmal ordentlich. Das ist wichtig, um nicht in der Angst, sondern mit der Angst zu leben.
2. Stopp mit der Krankheitssuche. Du wirst nicht durch „noch ein Erfahrungsbericht“ im Forum die Erleichterung finden. Du findest nur neue Krankheiten, auf die dein Kopf dann anspringt.
3. Setz dich mit der Angst auseinander, nicht mit den Krankheiten. Die Angst ist der eigentliche Auslöser – nicht dein Darm, nicht dein Hals. Und dafür gibt’s Hilfe: Verhaltenstherapie, Hypnotherapie, achtsamkeitsbasierte Ansätze – was auch immer zu dir passt.



Du bist nicht „verrückt“. Aber du bist gerade in einer Spirale, die dich psychisch und körperlich völlig erschöpft. Und da kommst du nicht raus, wenn du immer nur Symptome verwaltest – sondern nur, wenn du das System dahinter angehst.

Du hast schon zwei Jahre durchgestanden. Das heißt auch: Du hast die Kraft, das zu drehen. Vielleicht nicht allein – aber das musst du auch gar nicht. Wichtig ist: Bleib dran. Aber diesmal an der Wurzel, nicht am Symptom.
Du packst das weil du es eigentlich jetzt schon besser weißt

A


Immer wieder wechselnde Symptome - Jetzt Unterbauch

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Deine Unterbauchbeschwerden können auch von der Daueranspannung und Nagst kommen.

Schiss haben ist dir ein Begriff? Kommt nicht von ungefähr. Stress, Angst, Anspannung schlägt auf Magen und Darm.

Der eine kriegt nichts mehr runter, der andere hat mal Durchfall, mal Verstopfung. Ein anderer furzt sich die Seele ausm dem Leib ohne Erleichterung zu finden.

Bei dir kommt dazu, dass du diese Symptome wiederum mit schweren Krankheiten in Verbindung bringst, was wiederum zu Angst führt und durch die Angst verstärken sich wieder die Symptome, weil du Schiss hast.

Ich bin sicher, wenn du deine Angst in den Griff kriegst, kriegst du einen gesunden Magen automatisch obendrauf.

Ich kann dich sehr gut verstehen
Ich selber leide zwar nicht an krankheitsängsten hatte aber selber über Jahre Unterbauch unterleibs Schmerzen ohne jeglichen körperlichen Grund

Angst schlägt sich auf den Darm
Nicht umsonst sagt man der Darm ist das zweite Hirn
Wenn du dauernd Angst hast können die Schmerzen davon kommen weil du dauernd angespannt und auf der Lauer bist

Es könnte durch die Angst auch ein Reizdarm sein
Den habe ich auch und seit Tagen zum Beispiel starken Durchfall

Auch bei mir alles durch die dauernde Angst und Panik

An Krebs würde ich in deinem Fall nicht denken sonst wäre ich schon lange unter der Erde

Hallo.
Ich wollte mal fragen, ob mir jemand helfen kann. Ich habe seit ein paar Tagen Bauchschmerzen, eher so im unteren Bereich, es Gurgelt auch viel und ich hatte leichten Durchfall. Je mehr Unruhe ich spüre, desto mehr wird es auch .
Da es immer mal wieder passiert, bin ich zum Arzt. Er hat Blut abgenommen und nun schiebe ich schon wieder Panik. Was wenn es vielleicht mit der leber oder der bauchspeicheldrüse zu tun hat, krebs?

Könnt ihr mich beruhigen?

Hallo NeuhierD ,

Zitat von NeuhierD:
ich bin regelrecht verzweifelt und wollte um Rat fragen, ob es euch ähnlich geht.
Ich bin 31 Jahre alt und leide nun mehr seit zwei Jahren an einer diagnostizierten Krankheitsangst.

schön, dass Du hier ins Forum gefunden hast. Bei der von Dir beschriebenen Stärke
Deiner Krankheitsängste kann ich gut verstehen, dass Du einen Rat suchst.

Ich glaube, ich verstehe Dich gut. Allerdings erschrecke nun nicht, wenn ich Deine Art, über Dich
selbst zu denken, gleich ein wenig in Frage stelle oder auch kritisiere.
Denn ich erschrecke nicht, wenn ich soetwas lese.

Mir geht es nicht ähnlich wie Dir. Meine Angststörung habe ich begonnen abzuschwächen, als ich
etwa so alt war wie Du jetzt bist. Im Alter zwischen etwa 25 bis 40 Jahren entstehen recht viele
und hartnäckige Angststörungen. Dazu könnte ich auch einiges beschreiben.
Der Übergang von Zeit der Jugend in teilweise eine Zeit, in der man alles allein verantwortet,
verläuft oft mit einigen Störungen.
Deine Angst vor einer starken Krankheit könnte bei Dir dafür stehen, dass Du Deine Gefühle
bisher noch nicht so gut steuerst, wie es möglich sein kann.

Ich vermute, Du kannst Dich selten richtig gut entspannen. Falls dies so ist, täuscht Dir Dein
Körper häufig unterschiedliche Krankheitssymptome vor. Diese Symptome täuscht Dir Dein Körper
aber nicht nur vor. Die Verspannungen und die Schmerzen sind echt.

Zitat von NeuhierD:
Angefangen hat es alles mit der Angst vor einem Hirntumor und ALS

So glaubst Du Dich an den Anfang Deiner Ängste zu erinnern.
Jedoch bin ich sehr sicher. Der Anfang lag viele, viele Jahre früher. Aber wo lag nur der
Anfang bei Dir? Manche finden das heraus. Andere finden es nicht.

Nach meinen Erfahrungen kann es helfen, wenn Du den Anfang findest.
Aber auch wenn Du den Anfangspunkt nicht findest, so gibt es eine gute Möglichkeit,
Dich ein großes Stück weit von Deiner Krankheitsangst zu befreien.

Viele Grüße
Bernhard

Zitat von Katha0886:
Hallo. Ich wollte mal fragen, ob mir jemand helfen kann. Ich habe seit ein paar Tagen Bauchschmerzen, eher so im unteren Bereich, es Gurgelt auch ...

Kann mir hier vielleicht noch jemand helfen. Ich bin gerade echt sicher, was mit der bauspeicheldrüse zu haben

Zitat von Katha0886:
Kann mir hier vielleicht noch jemand helfen. Ich bin gerade echt sicher, was mit der bauspeicheldrüse zu haben

Wie kannst Du da sicher sein?
Welcher Arzt oder durch welche Untersuchung wurde das bestätigt?
Viele Grüße Bernhard

Zitat von Hotin:
Wie kannst Du da sicher sein? Welcher Arzt oder durch welche Untersuchung wurde das bestätigt? Viele Grüße Bernhard

Das ist schon wieder mein Kopf. Er sagt, dass ich in der letzten Zeit immer mal blähungen und leichte bauchschmerzen habe. Schon denke ich an Krebs

Liebe Katha,

Zitat von Katha0886:
Das ist schon wieder mein Kopf.

Deine Antwort ist rein gefühlsbeladen. Kannst Du das zumindest erkennen?
Es ist also nicht Dein Kopf, der Dir das sagt.
Das sind Gefühle, welche durch Dein nicht überlegtes, blitzschnelles unterbewusstes Denken
entstehen.
Gefühle sagen uns selten die Wahrheit.

Das hat zur Folge.
Zitat von Katha0886:
Ich bin gerade echt sicher, was mit der bauspeicheldrüse zu haben

Deine Frage und Deine Aussage entsprechen leider nicht der Wirklichkeit.
Nun Fragst Du uns nach Hilfe an.

Ich hätte da so einiges im Angebot. Was davon könnte Dir Gefallen?

Ich könnte Deine aus Gefühlen bestehende Frage mit meinen Gefühlen versuchen zu
beantworten.

Ich könnte also sagen. Ich nehme das nicht ernst, was Du sagst.
Ich glaube Du träumst.
Ich finde, Du denkst Dir da irgend ein falsches Zeug zusammen.

Solche Aussagen würden Dir aber bestimmt nicht helfen.
Also versuche ich es mal mit sachlichem bewussten Denken.

Zunächst einmal kannst Du gar nicht sicher sein. Um sicher zu sein, fehlt Dir eine
sachliche Bestätigung, also ein Beweis.
Du hast also eine falsche Frage gestellt. Nichts kann Dich bis jetzt sicher machen, dass
Deine Bauchspeicheldrüse nicht richtig arbeitet.

Ich könnte Dich nun bitten, eine sachlich korrekte Frage zu stellen?
Fällt Dir dazu eine Frage ein?

Übrigens beschuldige nicht Deinen Kopf.
Zitat von Katha0886:
Er sagt, dass ich in der letzten Zeit immer mal blähungen und leichte bauchschmerzen habe.

Hat man bei Blähungen ein Problem mit der Bauchspeicheldrüse?

Zitat von Katha0886:
Schon denke ich an Krebs

Warum?

Zitat von Hotin:
Hat man bei Blähungen ein Problem mit der Bauchspeicheldrüse?

Nein, dann wäre ich schon seit Jahrzehnten tot

Zitat von Hotin:
Liebe Katha, Deine Antwort ist rein gefühlsbeladen. Kannst Du das zumindest erkennen? Es ist also nicht Dein Kopf, der Dir das sagt. Das sind ...

Du hast mit deinen Aussagen völlig recht, ich leide allerdings immer wieder unter dieser krebsangst.
Ich war jetzt wegen bauchschmerzen beim Arzt, und da es immer wieder mal vorkommt, hat er Blut abgenommen um leber, bauchspeicheldrüse und Entzündungswerte zu kontrollieren.
Sofort musste ich googeln und lese immer wieder, Oberbauchschmerzen und Verdauungsbeschwerden ein Anzeichen sein können. Ich weiß, es ist dumm.

Mein Arzt tippt aber stark auf Reizmagen.

Hallo Katha,

Zitat von Katha0886:
ich leide allerdings immer wieder unter dieser krebsangst.

wie es viele Menschen machen, versuchst Du Deiner Angst einen Grund, also ein Gesicht zu geben.
Denn sonst müsstest Du Dich immer wieder fragen. Warum habe ich überhaupt so eine starke Angst?
Und wenn Du Dir dann ehrlich darauf eine Antwort geben würdest, dann müsstest Du Dich
mit Deinen Gefühlen und mit Deinem seelischen Gleichgewicht auseinandersetzen.

Einfacher ist es dann fast immer zu sagen. Ich habe ja vor einer schlimmen Krankheit angst.
Wer will Dir da widersprechen? Da kann man nur versuchen, für Dich Verständnis zu zeigen.

Kleiner Nachteil solcher Gedanken ist dann teilweise Folgendes. Wer eine Krankheit als Grund für
seine starke Angst verantwortlich macht, der fängt das dann mit der Zeit an, auch wirklich zu glauben.
Schließlich ist fast nichts unmöglich.

Und nun wird es manchmal schwierig. An welchem Punkt ist ein Mensch bereit, sich selbst zu sagen.

So ganz langsam merke ich. Ich glaube ich habe mich geirrt.

Zitat von Katha0886:
Sofort musste ich googeln

Warum ist es so schwer zu sagen. So lange ich keinen Beweis finde, muss ich davon ausgehen.
Meine Vermutung war falsch. Ich bin vermutlich körperlich gesund.

Warum suchst Du bei Google nicht nach den Zusammenhängen, warum und wie
Hypochondrie, also die Angst eine schlimme Krankheit zu haben, entsteht?
Google liefert dazu bestimmt auch einige gute Suchergebnisse.


Zitat von Katha0886:
und lese immer wieder, Oberbauchschmerzen und Verdauungsbeschwerden ein Anzeichen sein können.

Warum aber bewertest Du die Aussage ein Anzeichen sein können ständig völlig falsch.

Ein Mensch der ein Problem mit seiner Bauchspeicheldrüse hat, der wird oft auch
Oberbauch-Beschwerden haben.
Wer aber Oberbauchbeschwerden hat, der kann diese Beschwerden auch aus ganz anderen
Gründen haben.

Ein Mensch der kein Auto besitzt, der fährt mit dem Bus oder mit der Bahn.
Das bedeutet aber nicht, dass alle Menschen die mit dem Bus oder mit der Bahn fahren,
kein eigenes Auto haben.


Ist das schwer, den Unterschied zu erkennen?
Wenn Du also herausfinden möchtest, wer kein Auto hat, kannst Du nicht schauen,
fährt jemand morgens mit der Bahn zur Arbeit.

Dafür musst Du anders fragen, wie etwas zusammenhängt.

Zitat von Katha0886:
Ich weiß, es ist dumm.

Dumm finde ich es nicht, was jemand googled, wenn er sich eine Krankheit im Internet aussucht.
Nur falsch ist es.
Und ein Arzt wird Dir das aus verschieden Gründen auch nicht versuchen zu erklären.
Der hat nämlich auch Angst. Nur nicht so starke Angst wie Du.
Er weiß, dass er auch mal etwas nicht direkt erkennen kann. Also, was macht er?
Er sucht und sucht und sucht. Solange, bis einer das Spiel nicht mehr weiterspielen möchte.

Schön ist es, wenn Du mir zeigst, an welcher Stelle ich nicht Recht habe.
Dann kann ich noch etwas mehr über die Angst vor Krankheit lernen.

Mir geht es aktuell auch wieder so. Bin in einem Kurzurlaub und kann ihn gar nicht so richtig genießen , weil ich wieder einmal diffuse Schmerzen im linken Unterbauch habe und gleich an mein Schreckgespenst Divertikulitis denke. Ich habe tatsächlich Divertikel, die aber noch nie entzündet waren. Ich horche ständig in mich hinein, messe alle paar Minuten Fieber. Am liebsten würde ich zum Arzt und mich durchchecken lassen...
Es ist so deprimierend .
LG Kaneel

Zitat von Kaneel:
und gleich an mein Schreckgespenst Divertikulitis denke.


Dann denke mal nicht an Dein Schreckgespenst. Urlaub ist zum Entspannen da.

Deine Ängste kannst Du wieder pflegen, wenn Du dann wieder zuhause bist.
Einen schönen Kurzurlaub wünsche ich Dir.

Bernhard

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