Zitat von primabrina: Obwohl ich alles versuche, wird und wird es nicht besser. Ich kann kein normales Leben führen.
Ganz ehrlich? Wenn ich sowas lese wie „obwohl ich alles versuche“, dann zuckt’s mir ein bisschen im rationalen Nerv. Denn was genau ist denn „alles“? Und wie lange jeweils?
Yoga mal 2 Wochen? Atemübungen ein paar Minuten am Tag – und zwar mit dem heimlichen Wunsch, dass die Angst sofort verschwindet? Fitnessstudio 3x besucht, aber nur mit Pulskontrolle und Angstfokus?
Dann bitte ich dich: Schreib es mal auf. Schwarz auf Weiß. Was GENAU hast du ausprobiert? Und wie lange – und mit welcher inneren Haltung?
Denn, und da kommt jetzt der wichtige Teil:
Du bist eine Angstgestörte wie wir viele hier auch. Du bist kein besonders schwerer Fall oder sonst was. Und das heißt, du hast nicht das eine seltene Spezialproblem, das bei keinem gängigen Ansatz funktioniert – sondern du bist gefangen in genau dem gleichen Mechanismus wie wir alle:
Angst Körpersymptom Interpretation Eskalation Rückversicherung erneute Angst.
Und der Kardinalsfehler ist, wie bei 90 % der Betroffenen (auch mir am Anfang):
Du machst all diese Übungen nicht, um dich zu stabilisieren – sondern um „die Angst wegzumachen“.
Zitat von dir:
Zitat von primabrina: Ich übe extrem viel und probiere alles möglich aus.
Klingt gut – aber der Fokus liegt auf „wegkriegen“.
Und das funktioniert bei Angst nicht. Angst lässt sich nicht wegatmen. Und schon gar nicht, wenn du bei jedem Atemzug heimlich lauschst, ob’s „jetzt vielleicht schon besser“ ist. Das ist wie bei einem heißen Topf: Wenn du ständig die Hand drauflegst, brennt es IMMER. Egal wie oft du’s probierst.
Zitat von primabrina: Obwohl ich alles versuche, wird und wird es nicht besser.
Dann frag dich mal: Versuchst du’s wirklich – oder versuchst du’s richtig verzweifelt?
Und vor allem: Versuchst du’s MIT deiner Angst oder GEGEN sie?
Denn wenn du Sport machst mit dem Ziel „ich will, dass mein Herz normal schlägt“, dann wird genau das nicht passieren.
Wenn du atmest mit dem Ziel „ich will ruhig werden“, wirst du zittrig.
Wenn du entspannst mit dem Ziel „ich will, dass es aufhört“, wird’s schlimmer.
Was jetzt hilft:
Liste auf, was du gemacht hast – und sei ehrlich. Und vor allen Dingen mit welcher INTUITION hast du sie gemacht.
Hör auf, Dinge wegen der Angst und gegen sie zu tun. Tu sie, weil du sie brauchst, nicht weil du sie „brauchst, um Angst loszuwerden“.
Fang an, dich zu beobachten – aber nicht deinen Körper, sondern dein Verhalten gegenüber deiner Angst.
Und zu deinem Herz:
Zitat von primabrina: Ich bin mehrfach kardiologisch untersucht, war oft in Rettungsstellen und bei diversen Ärzten, ohne Ergebnis.
Was genau soll denn da noch kommen?
Wenn du die Angst wirklich loswerden willst, dann hör auf, dem Körper das Steuer zu überlassen. Das ist unbequem. Das dauert. Aber alles andere führt dich wieder genau hierher.
Weil du nicht das eine Spezialproblem hast, das nicht behandelbar ist. Sondern weil du, wie alle hier, eine Lösung suchst, ohne den Mechanismus ehrlich zu betrachten.
Natürlich kann man die Stolperer mit Medikamenten irgendwie weg drücken -aber wenn die Ärzte das für wichtig und notwendig halten würden, hätten Sie dir das schon verschrieben.
Und glaub mir, dann wird nen anderes Symptom auftreten.
Weil du eben nicht schaust, warum ist deine Angst da, sondern immer noch darin fest hängst, dass du sie unbedingt weg haben willst und weil das Symptom nicht weg geht weil du mal dies und das gemacht hast muss es was körperliches sein...Und dann landest du genau in dem Kreislauf wo du jetzt drin hängst.
Das sieht man auch in deinen alten Beiträgen, wo dir versucht wurde zu helfen-aber von dir kam da ja nicht mal eine Antwort. So funktioniert so ein Forum sowieso nicht.