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Hallo ich habe ja vor paar Wochen schon ein Thema gemacht.

Kurz zusammengefasst: Meine Mutter ist ja plötzlich am Herzversagen gestorben, seitdem habe ich wieder total die Derealisation.

Dazu kommt das ich seitdem Schmerzen unter der Brust habe, oft Kopfschmerzen. Stechen bei der Einatmung.
Jede kleiner Schmerz oder Veränderung macht mir direkt Sorgen.

Zudem habe ich einen hohen Puls.
Beim leichten Spazieren 130
In der Ruhe 80-90. Heute Mittag beim Treppen laufen (4. Stock) hatte ich einen Puls von 170.

Mir macht das alles so Angst.
Ich war auch schon in der Notaufnahme, dort wurde ein EGK gemacht, Blut abgenommen und Lunge geröngt.
Alles unauffällig.

Aber ich habe immer noch das Gefühl das dort was nicht stimmt.

Ich weiß, hier ist kein Ersatz für ärztliche Untersuchungen, aber irgendwie brauche ich gerade ein Feedback dazu.

Ich habe durch die Derealisation und Angst vor der Herz\Lungenkrankheit.

Vielen Dank

25.03.2025 17:42 • 25.03.2025 #1


5 Antworten ↓


@gross977

Hey du,

erstmal: Es tut mir aufrichtig leid, was dir passiert ist. Ein plötzlicher Verlust – vor allem von der eigenen Mutter – reißt eine gewaltige Lücke. Dass dein System darauf mit Derealisation, Angst und Körpersymptomen reagiert, ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein völlig normales Stress- und Trauma-Signal.

Und du kennst es ja schon: Diese Derealisation kennst du seit 2019 – sie kommt bei dir dann hoch, wenn seelisch einfach zu viel auf einmal passiert und dein Kopf versucht, dich vor dem inneren Schmerz zu schützen. Es ist wie eine Notbremse vom Nervensystem: “Wenn ich das alles richtig fühlen müsste, würde ich zerbrechen.” Also entkoppelt es dich erstmal von der Realität.

Was hat dir damals geholfen, da wieder rauszukommen?
Wenn du ehrlich bist, war es nicht irgendein Wundermittel oder die hundertste Untersuchung – es war, dass du dich getraut hast, das Erlebte zu verarbeiten. Dass du nicht mehr vor der Angst, sondern durch sie durch gegangen bist. Dass du dich mit dem auseinandergesetzt hast, was dich innerlich zerlegt hat. Und du hast es schon einmal geschafft, verdammt nochmal.

Was gerade passiert, ist genau das gleiche Muster:
• Du bist emotional völlig überfordert
• Dein Körper reagiert mit Symptomen
• Du rennst zum Arzt, bekommst gesagt „alles okay“
• Aber dein Kopf sagt: „Nee, da stimmt was nicht.“
Und zack: Wieder Vollgas in die Panikschleife.

Der hohe Puls, die Schmerzen, das Stechen – das ist nicht dein Herz, sondern dein Körper, der auf Dauerstress und innere Alarmbereitschaft reagiert. Ein Körper unter Dauerpanik braucht keine Krankheit, um Symptome zu produzieren. Er erzeugt sie selbst. Und das fühlt sich exakt so real an wie eine organische Ursache.

Was du jetzt brauchst, ist keine neue Diagnose. Du brauchst:
1. Trauerarbeit. Du musst den Tod deiner Mutter verarbeiten, sonst wird dein System weiter auf Alarm laufen.
2. Körperberuhigung. Vagusnerv aktivieren, Atemübungen, Erdung, Bewegung – alles, was deinen Körper runterholt.
3. Wieder Vertrauen lernen. In deinen Körper. In dein Gefühl. Und ja – auch darin, dass du nicht verrückt bist, sondern gerade einfach nur menschlich überfordert.

Also: Nicht weiter flüchten. Nicht mehr googeln. Nicht neue Krankheiten suchen. Du weißt, was das ist. Du hast das schon mal durchgemacht. Und du hast dich da auch schon mal rausgeholt. Genau das musst du jetzt wieder tun.

Und ja: Es ist hart. Es ist unfair. Es ist viel. Aber du kannst das. Schritt für Schritt. Und wenn du wackelst, ist das völlig okay. Nur nicht wieder davonlaufen. Nicht dieses Mal.

A


Herzangst und Derealisation

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Zitat von WayOut:
@gross977 Hey du, erstmal: Es tut mir aufrichtig leid, was dir passiert ist. Ein plötzlicher Verlust – vor allem von der eigenen Mutter – reißt ...

Wow, was ein Text. Danke für deine Worte.
Oft komme ich zu der Erkenntniss, dass es nur seelisch ist, aber ganz schnell bin ich wieder in der Schleife und denke nur an die Symptome, und bekomme dadurch Angst.

@gross977
Das ist mal wirklich selbstreflektiert von dir.
Dann weißt du aber auch, dass dieses rein steigern und überall Rückversicherung suchen der falsche Weg ist.
Du musst diese Sicherheit wieder in dir selber finden, indem du dich immer wieder aufs rationale berufst. Schau mal in meine Themen hier, über mein Profil. Ich hab da ein großes Thema eröffnet zum Thema wie man aus solchen Angststörungen raus kommt. Vielleicht hilft dir das weiter.

Vielen Dank, ich werde es mir mal durchlesen.





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