Zitat von Islandfan:Ich muss sagen, dass meine Eltern sehr cool damit umgegangen sind, als ich auszog. Ich war die letzte von 4 Kindern und das einzige Mädchen. Sie ...
Du hast tolle Eltern, gratuliere.
Ich selber behalte meine Sorgen in mir.
Auch mache ich alles, damit sie nicht merkt, dass ich traurig bin. Weil das wirklich eine Sünde gegenüber ihr wäre.
Das geht einfach nicht und würde sie hindern, ihren Lebensplan zu leben.
Ich bin sauer auf mich selbst, dass es innerlich so rumort in mir. Das ist nicht gut und ich muss es mit mir selber ausmachen. Nur so geht's.
Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie mein 1992 verstorbener Vater geklammert hat, als ich dann damals mit 22 auszog, weil ich einfach keine Lust mehr hatte, da zu wohnen und ich lieber mit meiner damaligen Freundin und meinen Kumpels am Studienort was unternehmen wollte.
Er meinte das nicht böse, aber damals war ich recht sauer mit ungestümen 22 Jahren. Heute begreife ich ihn.
Er wohnte allein in einem Haus, das er eigentlich für meine Mutter und sich so um 1970 gebaut hatte. Meine Mutter starb aber plötzlich mit 45 im Jahre 1972.
Darüber kam er niemals hinweg.
Er sah ganz gut aus für Frauen, aber bis zu seinem Lebensende , einem plötzlichen Schlaganfall, hatte er sich geweigert, auf Offerten durchaus attraktiver Frauen einzugehen.
Er sagte dann immer zu mir: Du, die XY will mit mir was anfangen. Ich will das aber nicht, ich will bis zum Lebensende meiner XX treu bleiben, wie komme ich da wieder raus? Das hatte für mich etwas komisches an sich - ich dachte nur, wie kann man so drauf sein, mit solch total hübschen Frauen seines Alters nicht ins Bett zu gehen..... dachte ich echt mit 16,17 oder 18; aber im Abstand von so vielen Jahrzehnten erst hab ich ihn verstanden.
Kehrseite der Medaille war, dass er an mir klammerte und ich das furchtbar fand. Er nahm teuere Veränderungen am Haus vor, damit ich mich wohler fühlte und gerne komme- das hat mir schon leid getan, aber mit 22 verlief mein Leben halt anders.
Es ging soweit, dass ich nicht mal besonders traurig war, als er starb und ich damals dachte:Endlich wirklich frei!
Das sind aber Erfahrungen, die mich darauf aufmerksam machen, niemals -,egal, was in mir rumort- meiner Tochter derart ins Leben zu pfuschen mit Zwangsheimfahrten, wie ich sie damals öfter aus schlechtem Gewissen unternahm.
Ich mach das mit mir selber aus und trotz allem will ich die Erfahrungen, die ich selber machte, nutzen, es trotz allem bei ihr anders zu machen .
Hoffentlich gelingt mir das. Sie soll nichts merken.
Zum Glück gibt es das Forum, wo ich mir alles anonym runterschreiben kann.