Zitat von no fear:ich bin ein freund der und in den meisten deiner posts erkenne ich meine skepsis wieder.
ich war letztes jahr ziemlich verzweifelt, als ich trotz vt keine fortschritte, sondern eher eine eskalation von panik festgestellt habe. was gibt es da ausser geld zu verlieren ? ziemlich unsicher habe ich mich auf trance, auf hypnose eingelassen - bereits der erste termin war dermassen befreiend und vor allen dingen beruhigend, dass ich aus meiner erfahrung nur dazu raten kann.
Hm, meine Skepsis bezieht sich nur in relativ geringem Maße auf Hypnose. Deren Wirksamkeit bei bestimmten Problemen ist erwiesen. Um als anerkanntes Heilverfahren gelten zu können, ist sie jedoch nicht bei einer genügenden Anzahl von Störungsbildern nachweislich erfolgreich. Als nicht anerkanntes Heilverfahren hat die Hypnose dann leider das typische Problem, dass jeder Hans und Franz sie anbieten darf und Patienten kaum eine Chance haben, die Qualifikation ihres Therapeuten vorher seriös zu beurteilen. Tatsächlich besteht da ein gewisses Risiko, dass ein diagnostisch unerfahrener oder einfach ungebildeter Therapeut Kontraindikationen nicht erkennt und es z.B. zu einer psychotischen oder auch suizidalen Dekompensation kommt. Insofern gibt es da einiges außer Geld zu verlieren...
Zitat von no fear:früher war ich der meinung ( bin ich heute in den meisten fällen noch immer ) ich habe recht, im laufe der therapien habe ich gelernt : wer heilt, hat recht
Zu dem Satz Wer heilt, hat Recht zitiere ich mich jetzt mal selbst aus einem anderen Thread:
Zitat von Christina:Sorry, aber der Satz stimmt nicht. Nehmen wir mal an, ich als Agoraphobikern (mit Angst, das Haus zu verlassen) suche einen Wunderheiler auf, der mir sagt, ich müsse genau fünf Mal um den Block laufen, dann wäre ich auf dem Weg der Heilung. Zur Begründung erklärt er mir, dass die 5 eine magische Zahl sei. Natürlich ist seine Erklärung völliger Blödsinn, trotzdem ist mit einem Heilerfolg zu rechnen, denn ich könnte nicht fünf Mal um den Block laufen, ohne mich mit meiner Angst vorm Rausgehen zu konfrontieren. Das wiederum ist nachweislich wirksam.
Dabei finde ich es völlig in Ordnung, z.B. durch einen Placebo-Effekt geheilt zu werden oder wenigstens Linderung zu erfahren. Nur lasse ich mich nicht gern für dumm verkaufen und/oder abzocken. Und BTW: Auch die nachweislich bei einem hohen Prozentsatz von Patienten erfolgreiche Verhaltenstherapie hat (in ihren Theorien und Begründungen) nicht notwendigerweise Recht, bloß weil sie effektiv ist...
Zitat von sommersonne888:Ich denke, dass es kein RICHTIGES Mittel oder einen RICHTIGEN Weg gibt - was dem einen hilft kann dem anderen schaden und umgekehrt. SEINEN Weg muss jeder selbst herausfinden....so mühsam das auch ist.....
Da hast Du m.E. insofern Recht, als es keinen Königsweg für alle gibt. Trotzdem muss nicht jeder einzelne das (Therapie-)Rad neu erfinden. Es gibt doch so einige Mittel und Methoden, deren Wirksamkeit für die überwältigende Mehrheit der Betroffenen recht gut belegt sind und bei denen immerhin erforscht wird, warum sie bei anderen nicht oder nicht so gut funktionieren. Das kann
kein alternatives Verfahren für sich in Anspruch nehmen, ganz abgesehen von der ungeregelten und daher oft fragwürdigen Qualifikation der Anbieter.
Liebe Grüße
Christina