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Hallo!

Nach langer Zeit der Stille bin ich wieder da.

Im Oktober 2023 wurde ich mit dem Rad von einem Auto abgedrängt. Ellenbogen und Rippe gebrochen, Knie prellt.
Nach fünf Wochen konnte ich wieder arbeiten. Aber ich hatte große Probleme mit dem Knie. Acht Stunden Arbeit gingen, zuhause musste ich das Knie hochlegen. Im März dann MRT. Dort wurde ein Meniskusriss festgestellt. Im Juli war der Termin für die OP, wurde aber abgesagt, da der Arzt krank war. Neuer Termin im Oktober, da lag ich dann flach. Nächster Termin: 6. Dezember 2024. Bei der OP wurde festgestellt, dass ein Teil des Knochens abgesplittert war. Deswegen bin ich jetzt noch krankgeschrieben. Die Wiedereingliederung soll am 2. April beginnen.

Seit zwei Wochen laufe ich ohne Gehhilfe. Ich habe dabei Schmerzen, aber der Arzt meint, das sei normal, weil jetzt erstmal alles wieder aufgebaut werden muss. Weil ich mich die ganze Zeit nicht bewegen konnte, habe ich 20 kg zugenommen. Seit gut zwei Wochen habe ich Probleme mit meinem Magen-Darm-Trakt.

Druck im Oberbauch mit leichtem Brennen. Ich trinke Tee und nehme Pantoprazol, da ich öfter Sodbrennen habe. Iberogast nehme ich auch.

Vorhin hatte ich so ein Ziehen im Oberbauch und starke Schweißausbrüche. Wieder drehen sich meine Gedanken um die schlimmsten Krankheiten. Ich hatte das schon einmal, aber ihr kennt das vielleicht! So schlimm war es noch nie! Jetzt ist es was schlimmes!
Ich bin so froh, dass ich wieder besser stehen und gehen kann und schmerzfrei Fahrrad fahren kann. Doch jetzt spielt mein Kopf nicht mit.

23.03.2025 16:12 • 24.03.2025 #1


5 Antworten ↓


@rabbitmaker

Hey du,
erstmal: Respekt, dass du dich nach all dem Kram, der in den letzten Monaten bei dir gelaufen ist, überhaupt noch aufraffen kannst, hier zu schreiben. Und dass du körperlich wieder so weit bist, dass du stehen, gehen und sogar Fahrrad fahren kannst – das ist ’ne riesige Leistung, auch wenn dir dein Kopf das gerade nicht so verkaufen will.

Jetzt zum Eigentlichen: Ja, das Gedankenkarussell ist wieder am Drehen – aber du kennst das Spiel doch schon. Du weißt, dass du ein Kopfkino-Spezialist bist. Du weißt, dass du in der Vergangenheit schon mal durch genau so eine Phase durch bist. Und: Du bist damals auch wieder rausgekommen. Nicht, weil plötzlich ein Wunder passiert ist, sondern weil du aktiv was dagegen unternommen hast – Techniken, Strategien, Ablenkung, Realitätschecks… all das hat funktioniert. Warum sollte es diesmal anders sein?

Das Problem ist nicht, dass du jetzt Symptome hast – das ist nach so langer Belastung völlig normal. Dein Körper fährt runter, die Anspannung lässt nach, und da kommt halt gern erstmal der ganze Mist hoch, den du monatelang weggedrückt hast. Sowas nennt man auch „Stressentladung“ – und die kann sich verdammt echt anfühlen. Aber echt fühlen heißt nicht automatisch gefährlich.

Diese Magen-Darm-Geschichte? Ja, die ist ätzend, unangenehm, nervig – aber sie ist sehr wahrscheinlich Ausdruck von deinem chronisch gestressten Nervensystem. Und kein medizinisches Horrorszenario, das du dir gerade ausmalst. Du behandelst ja schon (Pantoprazol, Iberogast, Tee), also nicht völlig planlos. Aber was du jetzt wirklich brauchst, ist kein weiteres Googeln oder Kopfkino, sondern das Vertrauen in das, was du schon kannst: dich selbst wieder da rausziehen – Schritt für Schritt.

Also hör auf, mit deinem Kopf Schach zu spielen. Du wirst verlieren – und zwar unfair. Mach lieber das, was dir schon einmal geholfen hat. Weniger Grübeln, mehr Struktur. Weniger „was wäre wenn“, mehr „was kann ich jetzt tun“. Und wenn die Gedanken wieder eskalieren: Schreib sie auf, rede mit jemandem, der nicht mit Angst füttert, sondern dich zurück auf den Boden holt.

Du hast’s schon mal geschafft. Und du kannst es wieder schaffen. Nicht durch Zufall, sondern weil du es kannst. Punkt.

A


Nach Unfall und Knie OP spielt mein Kopf verrückt

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@WayOut
Danke für dein Feedback. Genau das brauche ich in so nenn Situation. Hilft mir sehr das aufzuschreiben.
Das ist gut möglich, dass jetzt wo es besser wird, alles rauskommt.
Habe bis zur OP und natürlich auch nach der OP 24/7 Schmerzen gehabt.
Und seit 2 Wochen, wird es von Tag zu Tag besser. Stressentladung habe ich auch noch nicht gehört, aber das kann natürlich sein.

Zitat von WayOut:
Das Problem ist nicht, dass du jetzt Symptome hast – das ist nach so langer Belastung völlig normal. Dein Körper fährt runter, die Anspannung lässt nach, und da kommt halt gern erstmal der ganze Mist hoch, den du monatelang weggedrückt hast. Sowas nennt man auch „Stressentladung“ – und die kann sich verdammt echt anfühlen. Aber echt fühlen heißt nicht automatisch gefährlich.

Wenn man nach langer,stressbesetzter Phase quasi plötzlich in die Ruhe gezwungen wird und einem dann auch noch diverse Alltagsstrukturen wegbrechen,kann das durchaus Stress auslösen.
Und man spürt sich dann wieder mehr (durch Schmerzen nicht unbedingt positiv),und eben das - bisher Verdrängte - kommt dann hoch geploppt.

Zu Beginn kann das sehr aufwühlend sein und sich beängstigend anfühlen.
Aber mit der Zeit beruhigt sich tatsächlich auch das Nervensystem und darüber werden auch die körperlichen Symptome langsam abebben.

Und dieser ganze Kreislauf von körperlichen Symptomen heizen Ängste an,mildert sich von ganz alleine sukkzesive ab.

Bin grade in einer ähnlichen Situation (Mischung aus körperlichen und psychischen Symptomen) aber ich fange langsam an,das Positive daran zu erkennen.
Dass man wirklich mal Zeit für sich hat und statt es zu verdammen,dass grade wenig geht (lässt sich eh grad nicht ändern),kann man beginnen,die zwangsläufige Ruhe wirklich auch dankend anzunehmen.

Die Welt dreht sich weiter und wir werden auch wieder gesund.
Bis dahin kümmern wir uns gut um uns selbst und tun alles,was dazu beiträgt.
Und haben Geduld.

Übrigens hilft mir bei Anspannung plus Magenproblemen (was gerne mal miteinander einher geht) ganz simpel eine Mischung aus Kamillentee und Pfefferminztee.

Ich nehme 2 Tassenbeutel Kamillentee plus einen Tassenbeutel Pfefferminztee in einem Kaffeebecher (von der Grösse her).
10 Minuten ziehen lassen und dann in kleinen Schlucken trinken.
Beruhigt spürbar die Nerven und den Magen auf natürliche Weise.

@WayOut @Flame
Danke für eure Antworten! Hat mich etwas beruhigt. Fahre gleich mit dem Fahrrad etwas rum, muss noch zur Arbeit und die Anmeldung zur Wiedereingliederung abgeben. Meine Frau geht um neun Arbeiten und das ganze allein zuhause bekommt mir zurzeit nicht.




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Dr. Christina Wiesemann
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